
Shootout - Keine Gnade
USA 2012, Laufzeit: 91 Min., FSK 16
Regie: Walter Hill
Darsteller: Sylvester Stallone, Sung Kang, Sarah Shahi, Jason Momoa, Christian Slater
>> www.shootout.de/
Oldschool Spaß-Actioner
Buddy-Movie ohne Buddy
"Shootout“ von Walter Hill
„Wenn er aufwacht, einfach drauf hauen!“ Man könnte an dieser Stelle endlos weiter zitieren, aber man will ja nichts vorweg nehmen: Was Walter Hill hier als Regisseur und Co-Autor auffährt, ist gradliniges, kurzweiliges, zynisches, blutiges und abgrundtief komisches Popcornkino für Jungs, vor allem aber für die, die es geblieben sind. Ein Spaß-Actioner, wie man ihn aus den 1980er Jahren kennt – und, so führt es „Shootout“ mal wieder vor Augen, schmerzhaft vermisst. Auch Produzent Joel Silver („Lethal Weapon I-IV“) ist mit an Bord, mit dem hatte Hill vor dreißig Jahren schon „48 Stunden“ gestemmt. Und damit es auch vor der Kamera stimmt, übernimmt Sylvester Stallone die Hauptrolle, der plötzlich gar nicht mehr so verknautscht aussieht wie in den „Expendables“. Vielleicht hatte er hier einfach noch mehr Spielfreude, dieser Actionkrimi gibt zumindest reichlich Anlass.
Nachdem sein Kollege beseitigt wird, tritt Auftragskiller Jimmy Bobo (Stallone) in der Unterwelt von New Orleans zur Jagd auf seine Jäger an. Dabei kommt ihm ausgerechnet ein Polizist in die Quere: Der gesetzestreue Detective Taylor Kwon (Sung Kang), mit dem sich Jimmy schon bald arrangieren muss. Das ungleiche Paar kämpft sich noch durch so manche Wort- und Bleigefechte, bis die Bösen (Jason Momoa, Christian Slater) bestraft und die Guten (Sarah Shahi) gerettet sind.
Leichthändig transportiert Walter Hill die Seele der 80er Jahre auf die Leinwand 2013. Der einzige Makel dieses Spaßes ist, dass der farblose Sung Kang seinem Buddy-Partner Stallone nicht gewachsen ist und dessen Sprüchen wenig entgegenzusetzen hat. Mit einem Partner auf Augenhöhe wäre da sicherlich noch mehr drin gewesen, man denke da bloß an Kurt Russell, der sich dereinst mit Stallone durch „Tango und Cash“ kasperte. Aber egal: Kalauersprüche und irrelevante Off-Monologe, Stereotypen an allen Ecken, Unmengen braless girls und eine abgestandene Story - dieser Streifen macht so ziemlich alles, was sich Actionfilme heutzutage gar nicht mehr trauen. Aber er macht es kompromisslos und aus Überzeugung, und damit macht er einfach alles richtig. Walter Hill setzt nicht auf Überraschungen, er setzt auf Bewährtes. Und das kann er richtig gut – er ist es ja schließlich selbst: bewährt.
„Shootout“ ist übrigens die willkommene Alternative zu dem enttäuschenden „Stirb langsam 5 – Ein guter Tag zu sterben“.
(Hartmut Ernst)

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