Unbeugsam - Defiance
USA 2008, Laufzeit: 137 Min., FSK 12
Regie: Edward Zwick
Darsteller: Daniel Craig, Liev Schreiber, Jamie Bell, Alexa Davalos, Allan Corduner, Mark Feuerstein, Tomas Arana, Jodhi May, Kate Fahy, Iddo Goldberg, Iben Hjejle, Martin Hancock, Ravil Isyanov, Jacek Koman, George MacKay
Die Brüder Bielski
Colonia (683), 14.03.2009
Vorlage für den Film mit dem Titel "Defiance", zu Deutsch "Trotz", lieferte das Buch "The Bielski Brothers: The True Story of Three Men Who Defied the Nazis, Saved 1,200 Jews and Built a Village in the Forest". In den USA erschienen umreißt es im Groben auch schon die hier erzählte Geschichte. Allein dieses bislang unbekannte Kapitel des Zweiten Weltkriegs ans Licht zu bringen, ist ein großer Verdienst des Buches und nun, mehr noch, auch des Filmes von Edward Zwick ("Blood Diamond"). Ob die Umsetzung gelungen ist, ist eine ganz andere Frage. Ich tendiere zu einem entschiedenen "Ja, aber ..."
In der vor einiger Zeit gesehenen Originalfassung des Films wird Englisch gesprochen. Englisch mit starkem polnischem Akzent. Hauptakteure sind britische und amerikanische Schauspieler, Kinostars. Das geht in Ordnung, wenngleich unbekannte Gesichter der Authentizität sicher dienlicher gewesen wären. Liev Schreiber kann überzeugen, Jamie Bell fällt nicht weiter auf, aber auf Daniel Craig weiß ich mir keinen rechten Reim zu machen. Mir scheint, er ist bereits in die James-Bond-Falle getappt. Craig auf einem Schimmel feldherrengleich durch das Camp reitend und Pathos blasend setzt dem Ganzen da nur die Krone auf.
Es laufen allerhand Klischeegestalten durch die jüdische Waldgemeinde. Eine grobe Vereinfachung, wird doch nicht weiter groß auf Einzelschicksale und tiefere Charakterisierung der Figuren eingegangen. Obwohl in 137 Minuten Zeit genug gewesen wäre.
Auch die Bedrohung durch die Nazis bleibt über weite Strecken diffus. Was passiert also in reichlich über zwei Stunden FIlm? Ein Kriegsfilm mit mächtig viel Krawumm ist es auch nicht. Es gibt ein bisschen Partisanen-Kampf, kalte Winter, Block-Häuslebau, Nahrungsknappheit, Zwischenmenschliches. Und ganz, ganz viel Bruderzwist. Die beiden Ältesten der Bielski-Brüder (Craig, Schreiber) haben sehr unterschiedliche Ansichten darüber, ob und wie man Deutsche und Kollaborateure bekämpfen sollte.
In einer Flut von Filmen, die zur Nazi-Zeit spielen, ragt "Defiance" schon wegen des interessanten Themas heraus: Es gab also doch jüdischen Widerstand. Handwerklich ist er sehr gut gemacht, der Score von James Newton Howard ist einer seiner besseren und Joshua Bell fiedelt meisterlich dazu.
Einfach mal anschauen gehen.

„Stromberg hat Relevanz für die heutige Zeit“
Ralf Husmann über „Stromberg – Wieder alles wie immer“ – Gespräch zum Film 12/25
Grenzenlos
10. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/25
Hamnet
Start: 22.1.2026
No Other Choice
Start: 5.2.2026
Souleymans Geschichte
Start: 19.2.2026
Father Mother Sister Brother
Start: 26.2.2026
Marty Supreme
Start: 26.2.2026
The Bride! – Es lebe die Braut
Start: 5.3.2026
Nouvelle Vague
Start: 12.3.2026
La Grazia
Start: 19.3.2026
„Ich wollte mich auf eine Suche nach Kafka begeben“
Regisseurin Agnieszka Holland über „Franz K.“ – Gespräch zum Film 10/25
A Useful Ghost
Start: 26.3.2026
Alpha
Start: 2.4.2026
The Odyssey
Start: 16.7.2026
„Es ist vertraut, aber dennoch spannend“
Schauspielerin Barbara Auer über „Miroirs No. 3“ – Roter Teppich 09/25
„Das Leben ist absurd, nicht der Film“
Regisseur Elmar Imanov über „Der Kuss des Grashüpfers“ – Gespräch zum Film 08/25
Hagener Bühne für den Filmnachwuchs
„Eat My Shorts“ in der Stadthalle Hagen – Foyer 11/24
Zermürbte Gesellschaft
choices preview zu „Critical Zone“ im Odeon – Foyer 11/24
Die ganze Palette Kino
9. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/24
Kunst des Nicht-Wegschneidens
„Anna Zeit Land“ im Filmforum – Foyer 10/24
Liebe und Macht
choices preview zu „Power of Love“ in der Filmpalette – Foyer 10/24
Restitution von Kolonialraubkunst
„Dahomey“ und „The Story of Ne Kuko“ im Filmforum – Foyer 10/24
„Die Geschichte ist jetzt unfassbar aktuell“
Regisseur Andreas Dresen über „In Liebe, Eure Hilde“ – Gespräch zum Film 10/24
Der Sieg des Glaubens
„Führer und Verführer“ im Kölner Odeon mit Regisseur Joachim Lang – Foyer 07/24
„Es geht um Geld, Gerechtigkeit und Gemeinschaft“
Regisseurin Natja Brunckhorst über „Zwei zu eins“ – Gespräch zum Film 07/24