Ein Mann bricht aus der Fronarbeit im Bergwerk aus und flieht. Damit sucht er, wie Komponist Nono sagte, nach einer „menschlichen Lebensbasis“ und stellt sich gegen bloße „Notwendigkeiten“. Mit der Entscheidung für dieses 1960 entstandene Werk als (verschobenen) Beitrag fürs Engelsjahr macht die Oper Wuppertal klar: Sie versteht das Werk klar politisch und anti-ausbeuterisch. Auf der Flucht gerät der Mann in eine Rebellion, wird als Aufrührer verhaftet, kann aber auch hier fliehen. Das Bergwerk und auch eine Frau, die er dort zurückließ, verfolgen ihn als Erscheinungen aus seinem alten Leben. In einer Flut geht er mit vielen zugrunde. – In der musikalischen Leitung des Nono-Experten Johannes Harneit inszeniert Dietrich W. Hilsdorf, Markus Sung-Keun Park gibt den Migranten. Online zu sehen ist die Aufzeichnung der internen Premiere.
Luigi Nono: Intolleranza 21 | 18.6. 19.30 Uhr (Stream) | Oper Wuppertal
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

„Die Bühne hat tausend Möglichkeiten“
Dirigent Yorgos Ziavras über Antonio Vivaldis Barockoper „Griselda“ am Opernhaus – Premiere 01/26
„In erster Linie ist es ein lustiges Stück“
Marie Robert inszeniert am Opernhaus einen gekürzten „Barbier von Sevilla“ für Kinder ab sechs Jahren – Premiere 11/25
Gefeiertes Talent
Jakob Bänsch Quartett im Opernhaus – Musik 10/25
Wütende Stimme der Vielen
Deutsche Erstaufführung der Kammeroper „Thumbprint“ im Opernhaus – Bühne 06/25
Freigeist ohne Ausweg
Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ im Opernhaus – Bühne 06/25
Aura der Unschuld
„Faust“ von Charles Gounod am Wuppertaler Opernhaus – Prolog 02/25
„Stimmen malen die emotionale Landschaft“
Regisseur Matthew Ferraro über „Faust“ an der Wuppertaler Oper – Premiere 02/25
„Wir haben uns künstlerische Freiheiten genommen“
Intendantin Rebekah Rota inszeniert „Von Thalia geküsst“ an der Wuppertaler Oper – Premiere 12/24
„Es geht nicht mehr um den romantischen Naturort“
Manuel Schmitt inszeniert „Erwartung / Der Wald“ an der Oper Wuppertal – Premiere 04/24
„Es gibt nicht die eine Arie, die jeder kennt“
Martin Andersson über seine „Tristan und Isolde“-Inszenierung an der Oper Wuppertal – Premiere 10/23
Gerupfte Hoffnungsträger
Musiktheater der Gegenwart: Du Yuns „Angel’s Bone“ – Oper 09/23
Auf dem Weg zum Tode
„La Traviata“ an der Oper Wuppertal – Oper in NRW 02/23
Väter und Söhne
Christoph und Julian Prégardien in Dortmund und Köln – Klassik an der Ruhr 01/26
Weil es oft anders kommt
Teil 1: Lokale Initiativen – Gut aufgestellt in Wuppertal: Pro Familia berät zu Schwangerschaft, Identität und Lebensplanung
Der Marmeladen-Effekt
Eine interaktive Mission durch die Küchentischpsychologie – Glosse
„Zwischen Perfektionismus und Ungewissheit“
Teil 1: Interview – Psychiater Volker Busch über den Umgang mit schwierigen Entscheidungen
Keine Politik ohne Bürger
Wie Belgien den Populismus mit Bürgerräten und Dialogforen kontert – Europa-Vorbild: Belgien
Beziehungen sind unendlich
„Schwarze Herzen“ von Doug Johnstone – Textwelten 01/26
„Der Bildautor ist mit in die Gemeinschaft gerückt“
Kuratorin Linda Conze über „Community“ im Düsseldorfer Museum Kunstpalast – Sammlung 01/26
Aus der Perspektive
Ingrid Wiener im Marta Herford – Kunst in NRW 01/26
Bewusst blind vor Liebe
„Mama & Sam“ von Sarah Kuttner – Literatur 01/26
Noch einmal schlafen
Teil 1: Leitartikel – Ab wann ist man Entscheider:in?
Spiel mit der Psyche
Hofesh Shechter gastierte mit seiner Tanzkompanie in Köln – Tanz in NRW 01/26
Internationales Silvesterfest
Künstler von drei Kontinenten begegnen sich in Köln – Klassik am Rhein 12/25