Am Jazz scheiden sich ja immer wieder die Geister – im Extremfall halten die Einen es für die höchste Form musikalischer Kreativität, die Anderen werfen ihm vor, der Improvisation willen die Reinheit anderer Musikstile zu korrumpieren. Ob dieser Konflikt in der Realität allzu häufig auftritt, darf bezweifelt werden, Musiker – ob Jazz oder Klassik – haben in der Regel doch eher zu viel Respekt für das Tun anderer Musiker übrig. Von diesem wechselseitigen Respekt zeugt auch das Konzept „Original oder Fälschung?“ im Rahmen der Jazzreihe des Düsseldorfer Kunstpalast. Bereits zum zehnten Mal treten im Robert-Schuman-Saal „Jazzer“ gegen „Klassiker“ an – im Februar steht hier die Klarinette im Mittelpunkt des Geschehens. Der Österreicher Wenzel Fuchs ist Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker und steht als solcher für hochkarätige Vertonung klassischer Klarinettenkompositionen, Piano-Begleitung erhält er von Yvonne Gesler. Im Anschluss macht sich das Düsseldorfer Engstfeld/Weiss-Quartett an eine verjazzte Version des jeweiligen Stücks – dem zuhörenden Publikum bieten sich spannende Vergleiche und in beiden Fällen wunderbare Akustikerlebnisse. Um die ungewöhnliche „Jam-Session“ einzuordnen führt Dr. Wolfram Goertz, Musikredakteur der Rheinischen Post, moderierend durch den Abend.
„Original oder Fälschung“: Engstfeld/Weiss-Quartett vs. Wenzel Fuchs | So 24.2. 17 Uhr | Kunstpalast Düsseldorf – Robert-Schumann-Saal: Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf | www.kunstpalast.de
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