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01/19 Die Hebamme

FRAGEN DER ZEIT
Redaktionsskizze: wie engels & Co. das jeweils nächste Thema planen
für choices/Köln engels/Wuppertal und trailer/Ruhrgebiet
Drei Magazine in NRW – ein THEMA

Foto: ramonag / Fotolia

Geburt, das klingt nach Natur, nach unveränderlichem Gesetz. Die Art und Weise, wie wir zur Welt kommen, ist aber auch geprägt durch Ideale, Technik, Bürokratie, Moden oder Budgets. Eine Instanz kennen wir, die eine verlässliche Größe sein sollte, um „das Wunder Geburt“ einfühlsam und souverän zu begleiten: die Hebamme1. Gerade um sie ist es aber schlecht bestellt. In Deutschland sollen rund 23.000 Hebammen arbeiten, in NRW bis zu 5.000. Ein Großteil arbeitet frei- und nebenberuflich. Viele Hebammen geben die ‚rationalisierte‘ Arbeit in Kliniken auf, weil sie dort ihre Berufsideale nicht verwirklicht sehen. Sie geraten unter höchsten Druck, wenn sie bis zu drei werdende Mütter gleichzeitig betreuen und entscheiden müssen, wem die Aufmerksamkeit als nächstes gelten soll – vielleicht der in Wehen liegenden Mutter, der gebärenden oder der, die gerade ihr Kind verloren hat? Zugleich sehen sie sich als Freie kaum in der Lage, die jährliche Berufshaftpflichtversicherung von rund 8.000 Euro zu bestreiten (die sich seit 2002 rund verzehnfacht hat). So bieten viele eingeschränkte Dienstleistungen an, arbeiten nebenberuflich, geringbeschäftigt oder auch als Freie in Kliniken. Das klingt verworren, festzuhalten ist: Es gibt zu wenige Hebammen, ihre wirtschaftliche Situation ist fragwürdig, und selbstverständlich hat das enorme Auswirkungen darauf, wie unsere Kinder zur Welt kommen. --- Auf die Betreuung durch eine Hebamme gibt es einen gesetzlichen Anspruch. Bis in die zwölfte Woche nach der Geburt soll eine Hebamme ihren Aufgaben nachkommen: Vorbereitung auf die Geburt, Geburtshilfe, einschließlich des Umgangs mit leichten oder schweren Komplikationen, die Betreuung am Wochenbett, z.B. Rückbildungsgymnastik, Wundversorgung, Hilfe bei Stillproblemen, Überprüfung der Gesundheit des Babys und und und. --- Ihre Verantwortung ist enorm. Eine hauptberufliche Hebamme darf selbständig Geburten durchführen, solange alles normal verläuft. Es ist streng genommen ihre Entscheidung, ob eine Komplikation einen Kaiserschnitt erfordert oder ob Zeit ist, dass sie die verzweifelte Mutter zu alternativen Geburtspositionen (Vierfüßerstand…) anleitet – und gebären kann, bevor beispielsweise das Kind zu ersticken droht. Kommt ein Arzt hinzu, behält sie Hebamme trotzdem einen Teil der Verantwortung. Eine finanzielle Entsprechung findet diese Verantwortung übrigens nicht.

Medienteil EINS: Die natürliche Geburt

Zeit und Ruhe haben, sich auf die eigene Schwangerschaft einzulassen, darauf, Mutter (Vater…) zu werden – das kann zu einer Krise geraten, die sich mit dem Ideal der Geburt als eines urnatürlichen Geschehens kaum verträgt. Werdende Eltern sehen sich vor der Herausforderung, überhaupt eine Hebamme zu finden. Das kann – mit nur wenig Übertreibung – bedeuten, dass Sie sich am besten schon dann um eine Hebamme bemühen, wenn das Kind noch gar nicht ‚unterwegs‘ ist. Wer Wochen nach Feststellung der Schwangerschaft eine Hebamme finden will, braucht viel Glück, Nerven und darf sich nicht zu schade sein, sich wie eine Bittstellerin zu fühlen...
(Ein Auszug aus der Detailplanung)

Medienteil ZWEI: Die sichere Geburt

Wer würde bestreiten, dass die Klinik Sicherheit bietet, gerade im Fall von Komplikationen? Trotzdem kehrt sich die Wirkung mitunter um. Die Technik steht auch in Diensten, den Betrieb zu beschleunigen – und provoziert so neue Gefahren. Vorsorgeuntersuchungen, Ultraschall, Feindiagnostik erlauben Diagnose und sogar Therapie bereits im Mutterleib. (Ein Auszug aus der Detailplanung)

Medienteil DREI: Die langsame Geburt

Geduld ist kein Signum unserer Zeit. Eher sind es Abkürzungen und Erleichterungen – ob vermeintliche oder tatsächliche. Auch die Geburt bleibt davon nicht verschont. Ist der Kreißsaal schneller frei für die nächste Kundin, dann tut das der Klinikkasse gut. Das wirkt auch auf die Geduld der MedizinerInnen. (Ein Auszug aus der Detailplanung)

 

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