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Der Stern von Indien

Der Preis der Unabhängigkeit

07. August 2017

Die Filmstarts der Woche

1947 steht Indien vor einer historischen Entscheidung: Nach knapp 200-jähriger britischer Kolonialherrschaft soll das Land in seine Unabhängigkeit entlassen werden. Aus England reisen der modern denkende Lord Mountbatten (Hugh Bonneville) und seine Frau Edwina (Gillian Anderson) an. Mountbatten soll das Land als letzter Vizekönig durch den politisch-historischen Wechsel begleiten. Muslime, Hindus und Sikh erheben gleichermaßen territoriale Ansprüche. Ein gemeinsames Miteinander der unterschiedlichen religiösen Parteien scheint rasch verworfen, stattdessen bahnt sich eine Teilung Indiens an, aus dem der neue, säkulare Muslim-Staat Pakistan hervorgehen soll. Die einsetzende Flüchtlingswelle mündet in gewaltsamen, bürgerkriegsähnlichen Unruhen, in deren Verlauf Hunderttausende sterben. Der indischstämmigen, britischen Regisseurin Gurinder Chadha („Kick It Like Beckham“, „Liebe lieber indisch“) gelingt mit „Der Stern von Indien“ ein Drama, das die Geschehnisse anschaulich und berührend nachvollzieht. Das gelingt zum einen, indem sie die aufreibenden diplomatischen Verhandlungen der politischen Vertreter darstellt. Angereichert von zum Teil charmant nachgestellten Wochenschauclips, offenbart sie die Ziele der beteiligten Parteien. Von den Auswirkungen des komplexen Polit-Spiels auf die Bevölkerung erzählt Chadha über die Liebesgeschichte des Hindus Jeet (Manish Dayal) und der Muslima Aalia (Huma Qureshi), die beide am Hofe des Vizekanzlers arbeiten und deren Liebe an der religiösen Fehde zu scheitern droht. So vollzieht Chadha den Verlust von Heimat und Identität nach, vermeidet es aber dabei, in Ernsthaftigkeit zu ertrinken. Das gipfelt auch mal in Bollywood-Dramaturgie, insgesamt aber bleibt der Grundton dieses Liebesdramas dankbar lebensnah.

Als er mit 30 zurück muss nach Frankreich, hat Jean in Australien schon selbst ein Weingut und eine Familie. Daheim im Burgund steht großer Wandel an – für Gut und die Familie. Regisseur Cédric Klapisch ist auch in seinem neuen Film „Der Wein und der Wind“ ein Meister der feinen Beobachtung, mit Respekt vor dem Alltag und Gespür für die kleinen Dinge. Winzer sind Bauern mit einem besonders feinen Gespür für Natur und Wetter. Der richtige Zeitpunkt für die Weinlese ist leicht verpasst. Die schwere und schwierige Arbeit, die wirtschaftlichen Zwänge – das ist nicht glamourös. Mit Genuss und Freude beobachtet man die drei Geschwister, allesamt bei uns unbekannt, ein Jahr lang dabei, die Familie wieder in Balance zu bringen. Das ist ähnlich wie im Weingut das Zusammenspiel von Instinkt und Können, von Gefühl und Verstand. Alles eine Frage des Timings.

Außerdem neu in den Wuppertaler und Solinger KinosThomas Arslans Vater-Sohn-Trip „Helle Nächte“, Ceyda Toruns Streuner-Dokumentation „Kedi - Von Katzen und Menschen“, Lisa Azueloss Biopic „Dalida“, Duane Adlers Tanzromanze „Heartbeats“ und Nikolaj Arcels King-Adaption „Der dunkle Turm“.

Redaktion engels-kultur.de

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