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Mary Heilman, No Passing, 2011, Öl auf Leinwand, 102 x 127 x 4 cm, © M. Heilman, courtesy Hauser & Wirth, Foto: Thomas Müller

Ein geniales Doppel

03. September 2013

Mary Heilman und Blinky Palermo in einer dialogischen Ausstellung im Kunstmuseum Bonn – Kunst in NRW 09/13

Die Idee stammt von Mary Heilman selbst: Auf Vorschlag der US-amerikanischen Künstlerin werden gleichberechtigt zu ihren Malereien Werke des deutschen Malers Blinky Palermo gezeigt. Heilman und Palermo sind Verwandte im Geiste, auch wenn sie sich nie begegnet sind. Aber sie gehören in etwa der gleichen Generation an, haben zur gleichen Zeit in New York gelebt und beschäftigen sich mit ähnlichen Fragestellungen. Mitunter gelangen sie zu vergleichbaren bildnerischen Lösungen. Über Deutschland hinaus ist der früh verstorbene Blinky Palermo eine Legende; bei Mary Heilman hat die internationale Beachtung erst vor einigen Jahren eingesetzt – sie ist berechtigt, wie die Präsentation in Bonn, die Bilder und Objekte aus allen ihren Werkphasen zeigt, eindrucksvoll verdeutlicht.

Die 1940 geborene, in New York City lebende Mary Heilman hat sich den Status einer Künstlerin für Künstler bewahrt. Ihre abstrakte Malerei verhält sich zwischen Farbfeldmalerei und gegenständlicher Andeutung. Der Duktus ist ausgesprochen lapidar, die Farbe scheint mitunter geradezu nachlässig aufgetragen. Tiefere Farbschichten blitzen durch, die Bahnen sind kaum streng gezogen – aber alles sitzt, schöpft punktgenau aus der Erfahrung und ist mit großer Souveränität vorgetragen. Wie Blinky Palermo hat Mary Heilman auch auf Shaped Canvas gemalt. Auch sie arbeitet objekthaft (dies unterstreichen noch ihre frühen, ebenfalls ausgestellten Keramiken) und auch sie gelangt zu einfach wirkenden konstruktiven Lösungen mit voneinander getrennten Farbzonen, welche bei ihr aber etwas Prozesshaftes tragen. Malerei als sinnliche Erfahrung wird zum zentralen Thema... Im Dialogischen der Bonner Präsentation, die aber keineswegs akademisch verstanden ist, ja, immer wieder aufgebrochen wird, erschließt sich das jeweils Besondere. Dass die Choreographie dieser Ausstellung im Kunstmuseum gelingt, liegt auch an der Weitsichtigkeit der drei Räume, die über Eck miteinander verbunden sind. Eine vorbildliche Ausstellung zu zwei herausragenden Künstlern.

„Mary, Blinky, Yay! Mary Heilman und Blinky Palermo im Dialog“ | bis 29. September im Kunstmuseum Bonn | www.kunstmuseum-bonn.de

Thomas Hirsch

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