Die Eröffnung des neuen IKEA-Standorts in Oberbarmen verzögert sich und wird nicht im August, sondern erst am 29. September stattfinden. Das bedeutet: einen Monat länger ohne Köttbullar, Billy und Zimtschnecken. Den Homepark hatten die Schweden ja bekanntlich zum Schutz der Innenstadt nicht genehmigt bekommen. Dafür durften sie Kästen für Fledermäuse bauen und Ersatztümpel für umgesiedelte Kröten und Molche anlegen.
Aber nicht nur die Molche, Kröten und potentiell Schwedenmöbel shoppenden Heerscharen sollen ab Herbst etwas von der 51. IKEA-Filiale Deutschlands haben, sondern auch die ca. 200 neuen Beschäftigten. Diese sollen immerhin nach NRW-Einzelhandels-Tarif bezahlt werden, inkl. 13. Gehalt und Urlaubsgeld. OB Andreas Mucke erwartet außerdem Steuereinnahmen. In welcher Höhe, ist freilich nicht bekannt. Wohl aber, dass der Konzern nicht gerade ungeschickt in der Vermeidung von Steuerzahlungen ist. Aber wir wollen mal nicht pingelig sein.
Um die Sorgen von ArbeitnehmerInnen und die Angst vor sozialem Abstieg geht es in unserem Monatsthema ANGSTHASE. Wir sprechen dazu mit dem Publizisten Werner Rügemer über die berechtigte Angst vor Ungerechtigkeit am und dem Verlust des Arbeitsplatzes und die Druckmittel, die große Unternehmen gegen ihre Belegschaft anwenden.
Weitere Texte zu anderen Schwerpunkten unseres Monatsthemas (Wenn Anst zur Krankheit wird & Angst als Mittel politischer Stimmungsmache) finden Sie auch bei unseren Partnermedien choices und trailer.
Arm und Reich spielen auch in TARTUFFE eine Rolle. Maik Priebe inszeniert Molières Stück um den Manipulator, der die reichen Dummen bestiehlt, um die dummen Armen zu vergessen, mit einem Chor und vielen Perücken an der Oper.
Zeitgemäßer ist das Motto der diesjährigen LITERATURBIENNALE, das „Utopie Heimat“ lautet. Vom 24.5. bis 4.6. wird es darum gehen, wo und was der Sehnsuchtsort Heimat ist. Zu Wort kommen neben Gästen wie Navid Kermani oder Konrad Beikircher auch syrische Stimmen.
In Wuppertal fühlt sich auch schon lange der britische Künstler Tony Cragg heimisch. In seinem SKULPTURENPARK WALDFRIEDEN sind in der Schau „Plasters“ die Gipsvorlagen von seinem Landsmann HENRY MOORE zu sehen. Die empfindlichen Originale waren bisher in Deutschland kaum zu sehen und gewinnen dem Werk des Bildhauers, der früh das Figürliche zugunsten einer bis zum Biomorphen hin abstrahierten Darstellung des Menschen aufgab, neue Seiten ab. Unsere Rubrik Kunstwandel blickt zurück auf die etwas andere Kunstmesse KÖLNER LISTE, die Ende April in Köln stattfand.
Den Sprung von der Videokunst zum Film hat Omar Fast mit seiner ersten internationalen Kinoproduktion REMAINDER gewagt. In der Thriller-Abstraktion kämpft ein Mann nach einem mysteriösen Unfall um seine Erinnerung und rekonstruiert sein Ich.
Mit dem Ich auf Kriegsfuß steht auch die Heldin in „Mängelexemplar“. Über die Adaption von Sarah Kuttners Bestseller sprechen wir mit Regisseurin LAURA LACKMANN. Von seiner Rolle als zwielichtiger Nachbar in Adolf Winkelmanns Film „Junges Licht“ und den Charme des Ruhrgebiets erzählt uns Schauspieler PETER LOHMEYER.
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