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Niemandsland – The Aftermath

Liebe in Trümmern

28. April 2019

Die Filmstarts der Woche

Winter 1946: Die englische Armee „entnazifiziert“ gerade das zerbombte Hamburg. Colonel Lewis (Jason Clarke) zieht mit seiner Frau Rachael (Keira Knightley) in die Villa des Architekten Stefan (Alexander Skarsgård). Zwischen der Britin und dem gedemütigten Deutschen bahnt sich eine Affäre an, denn Lewis lässt seine Frau mit der Trauer um den im Krieg umgekommenen Sohn allein. Hätte Produzent Ridley Scott den Roman von Rhidian Brook wie zunächst angedacht selbst verfilmt, wäre die spannende, vom Kino bisher wenig beachtete Kriegsaufarbeitungsphase kurz nach 1945 vielleicht präsenter. James Kent („The Testament of Youth“) dient sie in „Niemandsland – The Aftermath“ mehr als Kulisse für ein herrlich edelkitschiges Dreiecksdrama, dem es etwas an Dynamik fehlt, nicht aber an Gefühl, schönen Bildern und charismatischen Darstellern.

Jahrzehntelang realisierten Christo und Jeanne-Claude aufwändige Landart-Projekte. 2009 ist Jeanne-Claude gestorben, vor zwei Jahren konnte Christo mit „The Floating Piers“ im Lado d‘Iseo endlich ein schon in den frühen 70er Jahren angedachtes Projekt realisieren. Die Doku „Christo – Walking on Water“ konzentriert sich anders als vergleichbare Filme nicht auf den kreativen Akt – der mit dem Statement „Unsere Werke sind alle komplett nutzlos“ des „Verpackungskünstlers“ abgehakt wird – sondern auf die Durchführung. Viel Geschimpfe auf seine Mitarbeiter („Vollidiot!“), Krisenmanagement, wenn das Wetter nicht mitspielt oder die Besucherströme überhandnehmen, der überkandidelte Kunstbetrieb, einige wenige erhebende Kunsterfahrungen und etwas unterschwelliger Humor würzen den ungewöhnlichen Kunstfilm.

Wie schon Tomas Alfredsons Vampirdrama „So finster die Nacht“, das vor zehn Jahren mit seiner ungewöhnlichen Mischung aus Horror-Film und zartem Coming of Age-Drama begeisterte, basiert „Border“ auf einer Kurzgeschichte von John Ajvide Lindqvist. Auch Regisseur Ali Abbasi findet einen bemerkenswerten Weg, die Geschichte einer mit einem ungewöhnlichen Geruchssinn ausgestatteten Zollbeamtin immer mehr in fantastische Gefilde auszuweiten, ohne die Ebene der genauen Charakterzeichnung zu verlassen. Einer sozialen Einzelgängerin so intim dabei zuzusehen, wie sie langsam ihre natürlichen animalischen Triebe entdeckt und dabei zugleich ihr Selbstbewusstsein und ihre Freiheit erkundet, ist so verstörend wie faszinierend.

Außerdem neu in den Kinos in Wuppertal, Solingen und Remscheid: Neil Marshalls Fantasy-Fortsetzung „Hellboy - Call of Darkness“ und Jenny Gages Teenage Love Story „After Passion“. Für die jugendliche Zuschauerfraktion starten Dylan Browns fantastisches Animationsabenteuer „Willkommen im Wunder-Park“ und Mark Schlichters Neuverfilmung des DDR-Kinderbuchklassikers „Alfons Zitterbacke - Das Chaos ist zurück“.

Redaktion engels-kultur.de

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