Es ist eine kunstvolle Wendung, dass der längste Tag im Juni liegt. Da hat man noch ein bisschen Zeit, an seiner Bikini-Figur herum zu fermentieren, während der Tauchsieder Sonne noch im Baggersee hängt wie der Blick eines Jungspunds im Ausschnitt einer Jungspündin.
Das muss ihm gefallen haben, noch einmal Gastgeber in der Stadt der Liebe, des Luxus und der Mode zu sein. Niemand hat das Bild der Deutschen von Paris seit dem großen Krieg so nachhaltig geprägt wie Georg Stefan Troller.
„Irgendwie dazwischen“ von Tracy White erzählt „eine zu 99 Prozent wahre Lebensgeschichte“. Es liegt nicht allzu lange zurück, dass White als 17jährige in die Psychatrie eingewiesen wurde. Von ihrem Aufenthalt erzählt sie in zarten, fragilen Zeichnungen, die adäquat ihre gebrechliche Psyche widerspiegeln.
Wonnemonat, was heißt schon Wonnemonat? Fest steht, dass im Mai die Bäume ausschlagen und auch die Liebe schrillste Blüten treibt. Ob das eine Wonne ist, sei zunächst einmal dahingestellt.
Der Mai ist übrigens nach seinem Erfinder, Karl Mai benannt.
Moment mal, so fing doch meine letzte Kolumne an –
und so geht das nicht weiter,
denn alles neu macht der Mai.
Na dann mach mal, Mai.
Mach alles neu.
Mach, dass es Sonne regnet und Regen scheint.
Mach, dass meine Nachbarn sich beschweren, wenn ich zu leise bin.
Mach, dass Vögel bellen und Hunde Nester in Birken bauen.
Gestern stellten wir fest, dass die Winter immer länger und kälter werden. Heute knallen am anderen Ende der Welt die Atomkraftwerke durch und morgen kann uns die Schuldenkrise den Finanz-Tsunami bescheren. Da wenden wir uns doch angewidert vom Weltgeschehen ab und beschäftigen uns lieber mit dem Glück.
Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr präsentiert trailer auch in diesem Jahr wieder die Kleinkunst- Bühne auf der Viktoriastraße – und zwar unter dem Namen „trailer-Wortschatzbühne“. An der programmatischen Zuständigkeit hat sich dabei nichts geändert: Nach dem Motto „never change a winning team“ zeichnet wieder das AKAFÖ-Kulturbüro boskop für den Großteil der Auftritte verantwortlich, Peter Lihs von pro-motion hingegen organisiert in altbewährter Form die beiden Börsen „Soundcheck“ (für CDs und Schallplatten) und „Wortschatz“ (für gedruckte Medien).
Neben der Vielfalt an erstklassigen Künstlern gaben sich auch Sonne und der leider teils sinnflutartige Regen das Mikro in die Hand. Aber Literaten, Musiker und Kleinkünstler lockten das Publikum immer wieder vor die Bühne.
An literarischen Veranstaltungen herrscht Flaute zur Sommerzeit. Literaturbüros und Theater läuten die Sommerpause ein, auch andere Veranstalter scheuen die Monate, in denen man Gefahr läuft, dass das Publikum auf dem Weg zu einer Lesung in einem Biergarten hängen bleibt. Der Musikfan kann nun wählen zwischen den verschiedensten Open-Air-Angeboten, das gesprochene Wort jedoch ist verstummt im Ruhrgebiet. Im ganzen Ruhrgebiet?
Mal beginnt es mit einem Jucken in den Zehenspitzen, mal mit einem nicht mehr zu verhehlenden Grummeln in der Magengrube. Mal ist es pure Abenteuerlust, mal die unendliche Suche nach einem irgendwie gearteten Sinn, dann wiederum schiere Notwendigkeit, ausgelöst vom Überlebenstrieb zur Befreiung von körperlicher und/oder geistiger Pein. Raus, bloß raus hier.

Eine Liebesgeschichte
„Das Herz im Winter“ von Kevin Barry – Textwelten 11/26
Naturgewalten
„Das Unwetter“ von David Wautier – Vorlesung 10/26
Die Grande Dame der Erotik
„Das Reine und das Unreine“ von Colette – Textwelten 10/26
Wie viel Wut ist genug?
„Honey“ von Imani Thompson – Literatur 10/26
Odyssee eines Spielzeugs
„Das Puppenhaus auf dem Schiff“ von Thomas Harding / Anna Sarfatti und Britta Teckentrup – Vorlesung 09/26
Orgasmus in der Küche
„Auf den Bildern“ von Annie Ernaux und Marc Marie – Textwelten 09/26
Mauer des Schweigens
„Eine einfache Wahrheit“ von Corinna Krenzer – Literatur 09/26
Kater mit schlitzohrigem Charme
„Fred“ von Posy Simmonds – Vorlesung 09/26
Das Unaussprechliche des Familienlebens
„Vertraute Gespenster“ von Anna Ruchat – Textwelten 08/26
Verglimmende Hoffnung
„Zündhölzer“ von Yevgenia Belorusets – Literatur 08/26
Glühender Zorn
„Das Teufelsbuch“ von Asta Olivia Nordenhof – Textwelten 07/26
Auf sich gestellt
„Wir gehen mal los“ von Raffaella Romagnolo – Literatur 07/26
Die eigene Karte als Kompass
„Ich mal mir meine Welt“ von Nicola Davies – Vorlesung 06/26
Schule mit Herz und Humor
„Shrimpie und ich“ von Moni Port und Claudia Weikert – Vorlesung 06/26
Kalter Krieg im Ruhrpott
„Weiße Westen, schwarze Nächte“ von Sabine Hofmann – Literatur 06/26
Lockendes Spiel
„Leichter Wahnsinn“ von Emy Koopman – Textwelten 06/26
Drei Farben zum Glück
„Zu Fuß“ von Michael Roher – Vorlesung 05/26
Naturforscher im Alltag
„Kinderleichte Experimente für draußen“ von Christine Sinnwell-Backes u. Timo Backes – Vorlesung 05/26
Nomen est omen
„Die Namen“ von Florence Knapp – Literatur 05/26
Haare zu lang, Röcke zu kurz
„Swinging Cologne“ von Stefan Winges – Textwelten 05/26
Meeresbewohner zum Anfassen
„Zusammenstecken und Entdecken: Meerestiere“ von Abigail Wheatley – Vorlesung 04/26
Wenn Wände Ohren haben
„Engel des Verschwindens“ von Slobodan Šnajder – Literatur 04/26
Neuer Bilderbuch-Klassiker
„Mit dem Sturm um die Wette rennen“ von Brian Floca und Sydney Smith – Vorlesung 04/26
Die Unendlichkeit erleben
„Liebe“ von Thomas Hettche – Textwelten 04/26
Beziehungen
„Du findest mich, wenn du willst“ von Lavinia Branişte - Literatur 03/26