engels: Herr Völker, warum sollte das Schauspiel nicht schließen?
Günter Völker: Das Sprechtheater findet das Interesse aller Altersgruppen von den Kindern bis zu den Senioren. Sein breiteres, oft zeitnaheres Repertoire ermöglicht es im Vergleich zum Musiktheater eher, junge Menschen für die Bühne zu begeistern und sie zu regelmäßigen Theaterbesuchern zu machen. Hinzu kommt, dass das Sprechtheater seit vielen Jahren in Wuppertal höhere Zuschauerzahlen hat und weniger Kosten als das Musiktheater verursacht.
Gibt es noch Möglichkeiten, das Schauspiel zu retten?
Wir werden uns bemühen. Dieser Prozess kommt allerdings jetzt erst richtig in Gang.
Sehen Sie Chancen, dass von privater Seite weitere Gelder fließen?
Es gibt erste Überlegungen in diese Richtung. Aber man sollte das Ei erst begackern, wenn es gelegt ist.
Welche anderen Lösungen gibt es?
Eine Perspektive liegt in der Zusammenarbeit mit den Städten Remscheid und Solingen. Beide Städte haben ein eigenes Theater, aber kein eigenes Ensemble. Ein Ausbau der schon bestehenden Kooperation könnte bei dem Erhalt unseres Sprechtheaters helfen.
Hat sich das Schauspiel in den letzten Jahren ausreichend um eine Lobby gekümmert?
Im Rahmen des Möglichen, denn sieben Jahre lang – während der Renovierung des Opernhauses – hatten wir nur eine Spielstätte für drei Sparten und mussten häufig auf andere, teils provisorische Spielstätten ausweichen. Das hatte natürlich Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen.
Ist den Menschen bewusst, welches Kapital hier verspielt wird?
Ja, das wurde mehr als deutlich, als rund 2.000 Menschen auf dem Vorplatz des Schauspielhauses und im Haus selbst friedlich gegen die Schließung des Schauspielhauses und der Sparte Sprechtheater protestiert haben.
Auch die Solidarisierung der anderen NRW-Theater war beispielhaft.
Veronika Ferres sprach mich vor kurzem bei einer Veranstaltung an. Die Schauspielerin kommt bekanntlich aus Solingen. Sie war entsetzt über die Schließungspläne.
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