engels: Herr Bell, wie profitiert Wuppertal vom zukünftigen Landtagsabgeordneten Dietmar Bell?
Dietmar Bell: In den nächsten Jahren werden die Entschuldung der Städte und ein wirtschaftlicher Strukturwandel für Wuppertal von großer Bedeutung sein. In meiner langjährigen Erfahrung als Gewerkschafter vor Ort kann ich hier viel bewegen.
Entschuldung ist gut. Wo soll das Geld herkommen?
Allein das neue Wachstumsbeschleunigungsgesetz kostet NRW 800 Millionen Euro, die Stadt Wuppertal über 6 Millionen. Darunter fallen Steuerentlastungen für Hotelbesitzer und reiche Erben. Wir hingegen möchten mit der NRW-Bank einen Fond einrichten, der die hartverschuldeten Städte wie Wuppertal entschulden würde. Dieser Fond würde das Land 450 Millionen im Jahr kosten. Es geht schlicht um die Frage, wofür das Geld ausgegeben wird.
Als Gewerkschafter und Sozialdemokrat fördern Sie die spätrömische Dekadenz?
Guido Westerwelle reagiert so aggressiv, weil durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts bezüglich der Hartz-IV-Sätze seine absurden Steuersenkungspläne nicht mehr umsetzbar sind. Ich halte diesen Weg für extrem gefährlich. Wie die FPÖ sucht die FDP mit populistischen Mitteln am politischen Rand ihre Wähler. So stellt die FDP ihre Regierungsfähigkeit in Frage.
Mit wem wollen Sie denn koalieren?
Wir streben eine Mehrheit von Rot-Grün an.
Wenn es dazu nicht reicht, befürworten Sie dann eine Große Koalition oder eine Öko- Volksfront?
Die Akteure der Linken in NRW wollen ja im Moment gar keine Verantwortung übernehmen.
Also Große Koalition?
Nein, wir sind mit der Großen Koalition auf Bundesebene nicht wirklich gut gefahren. Wir konnten unsere Inhalte zwar gut durchsetzen, sind aber nicht gestärkt aus dieser Wahlperiode herausgekommen.
Dann bliebe ja nur noch Schwarz-Grün?
Diese Frage müssen Sie den Grünen stellen. Bildungs-, sozial- und energiepolitisch liegen Welten zwischen jenen beiden Parteien.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Mehr, mehr, mehr!
Intro – Eine eigene Geschichte
Unser gemeinsames Einwanderungsland
Teil 1: Leitartikel – Wie wir eine freiere Zukunft gestalten können
„Das politische Handlungsbewusstsein fehlt“
Teil 1: Interview – Amadeu-Antonio-Stiftung: Lorenz Blumenthaler über Fremdsein und Diskriminierung
Integration unter Druck
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Jugendmigrationsdienst Wuppertal begleitet Menschen durch ein widersprüchliches System
Mehr als einem lieb sein kann
Teil 2: Leitartikel – NS-Erbe: Das Arbeitsrecht unterdrückt politischen Widerstand von Beschäftigten
„Im Augenblick sehe ich keine kritische Masse für eine breite Bewegung“
Teil 2: Interview – Politologe Alexander Gallas über Protest, Streik und Generalstreik
Bildung für die diverse Gesellschaft
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Kölner Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Zweifel der Gesellschaft
Teil 3: Leitartikel – Erinnerungskultur muss sich von Ritualen verabschieden
„Verhindern, dass Wissen durch Geschichtspolitik ersetzt wird“
Teil 3: Interview – Historiker Jörn Leonhard über Angriffe auf die Erinnerungskultur
Gegen die Menschenverachtung
Teil 3: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
Den Banken widersprechen
Island und das Gemeinwohl – Europa-Vorbild Island
Deutsche Angst
Geschichte und Gedächtnis – Glosse
Deckmantel Gefühl
Intro – Guter Umgang
Alles Lüge!
Teil 1: Leitartikel – Duz-Kultur und falsches Wir-Gefühl verschleiern Interessenkonflikte auf der Arbeit
„Das Gefühl, dass hier Nähe entsteht“
Teil 1: Interview – Psychologin Lara Luisa Eder über persönlichen Umgang auf der Arbeit
Nicht sprachlos in den Ruhestand
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Fachgebiet Arbeitswissenschaft an der Uni Wuppertal
Benimm dich!
Teil 2: Leitartikel – Eine Gesellschaft kann nur frei sein, wenn sich ihre Mitglieder an Regeln halten
„Heute sind die Menschen eher bei sich“
Teil 2: Interview – Kommunikationspsychologin Christine Flaßbeck über Sprache im Wandel
Entspannt unterwegs
Teil 2: Lokale Initiativen – Köln: KVB-Kampagne für mehr Freundlichkeit
Dubidu
Teil 3: Leitartikel – Reiz und Risiken niederschwelliger Verständigung
„Ein Stammtisch hat nicht nur negative Seiten“
Teil 3: Interview – Medienwissenschaftlerin Paula Nitschke über politische Influencer:innen
Gut erzählte Wahrheit
Teil 3: Lokale Initiativen – Die Agentur Kugelfisch Kommunikation in Essen
Öffentlichkeit muss man lernen
Medienbildung als demokratische Aufgabe – Europa-Vorbild Frankreich
Kant war lowkey deep
Career Offboarding Experience: Abschied von der Komplexität – Glosse
Lohn der Angst
Intro – Nach der Arbeit