Claire - Se souvenir des belles choses
Frankreich 2001, Laufzeit: 110 Min.
Regie: Zabou Breitman
Darsteller: Anne Le Ny, Bernard Campan, Bernard Le Coq, Dominique Pinon, Isabelle Carré
Nicht zum Vergessen
Colonia (683), 30.01.2005
Schön, dass der Film es über den Humor schafft, einem breiteren Publikum ein schwieriges Thema näher zu bringen. Ich glaube zwar nicht, dass es in einer realen Klinik so problemlos und lustig zugeht. Aber so kann "Claire" langsam den Fokus auf die beiden Hauptpersonen richten: Philippe, mit dem es gesundheitlich beständig bergauf geht, und Claire, die durch ihre Alzheimer-Erkrankung immer mehr ins Dunkel versinkt.
Ein eindrucksvoller Film.
Tropfen Schönheit in der Trauer
askajan (7), 12.09.2003
Ein Film in OMU über eine Frau Mitte 30 mit Alzheimer - muss man den sehen ? Meine ANtwort: es bleibt für mich einer der schönsten Filme des Jahes. Ein sensibles Portrait das mit warmem Humor die skurrilen Insassen einer Klinik beobachtet und das sehr eindringlich das Schicksal der Hauptfigur nachzeichnet und ihres Freundes und auch das Leid des Freundes an ihrem Verfall nicht ausspart und doch ist da diese Botschaft, die alle im Alltag mehr beherzigen sollen: die schönen Dinge sehen. Nicht nur immer denken, was fehlt. Das letzte Bild, wo Claire in ihrer Welt in einem lichtdurchfluteten Wald statt in einem grauen Hinterhof steht bleibt für mich eines der eindrucksvollsten des Jahres 2003 !
Sich an die schönen Dinge erinnern!
Rita (21), 25.04.2003
Diesen Satz schreibt sich Claire wie eine Regel in ihr blaues Notizheft und auch wenn er für sie im Laufe des Films eine tragische Bedeutung bekommt, klingt es lebensbejahend. Bis auf die teilweise etwas kitschigen Szenenabfolgen hat mich der Film sehr berührt. Z.B. der Schwenk auf die Engelstatue nach der Liebesszene im Regen, die Kopftuch-Szene und die etwas konstruiert wirkende unkonventionelle Gemeinschaft in der Klinik wirken etwas überzogen. Aber die Ausstrahlung der Schauspieler und die kunstvollen optischen Metapher überzeugen und machen den Film trotzdem sehenswert. Allerdings ist Claires langsames Verschwinden ins Reich des Vergessens nur schwer erträglich und die Regisseurin kennt da keine Gnade. Ein Trost deutet der Perspektivwechsel am Ende an, wenn man selbst nicht mehr unterscheiden kann zwischen Imagination und Wirklichkeit. Auch nach Auflösung der Szene hofft man, dass Claire irgendwie glücklich ist in ihrem Reich.
Sehenswert
kroko_online (5), 27.01.2003
Ein sehenswerter Film. Kein Film, den man unbedingt gesehen haben MUSS, aber bestimmt ein Lieblingsfilm für manch eine. Mir persönlich hat der Humor und die Leichtigkeit, mit der ein schwieriges, schmerzliches Thema behandelt wird, gefallen. Etwas aufgestoßen ist mir die Schlußszene, weil sie in meinen Augen ins Kitschige abfiel. Die Hälfte Text wäre für mich ausreichend gewesen. Andererseits, wie soll man dem Zuschauer den Schmerz und die Verzweiflung des Protagonisten nahebringen?
Dieser französische Film hatte noch Tage später einen Nachklang bei mir, was die Qualität eines guten Films ausmacht.
Drei bis vier Sterne von fünf.

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