
Hundreds of Beavers
USA 2022, Laufzeit: 108 Min., FSK 12
Regie: Mike Cheslik
Darsteller: Ryland Brickson Cole Tews, Olivia Graves, Wes Tank
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Irre erfrischendes Slapstickabenteuer
Guter Quatsch
„Hundreds of Beavers“ von Mike Cheslik
Wisconsin im 19 Jahrhundert. Jean Kayak (Ryland Tews) braut Apfelschnaps und hält damit die Pelzjäger (und sich) bei Laune. Das alles wiederum schmeckt den Bibern nicht, also nagen sie an den Fässern, bis alles in Flammen aufgeht. Jeans neues Geschäftsmodell: die Biberjagd. Die braucht er nämlich, um sich Werkzeug, Ressourcen und die Eheabsicht mit der Tochter (Olivia Graves) des lokalen Warenhändlers zu erschließen. Also zieht Jean durch den Schnee und baut Fallen. Und was für welche!
Regisseur Mike Cheslik war bereits 2018 als Co-Autor, Produzent und für Visuelle Effekte an „Lake Michigan Monster“ beteiligt, einem irrwitzigen Retro-Horrorabenteuer. Hauptdarsteller Ryland Tews übernimmt nun auch die Hauptrolle in „Hundreds of Beavers“. Cheslik und Tews hatten die Idee dazu in einer Bar in Wisconent. Heraus kam diese stumme Wundertüte in Schwarzweiß. Die Erzählstruktur orientiert sich dabei am klassischen Jump‘n‘Run-Game: Der Held muss sich die Umgebung erschließen und die Map freischalten, für den Tauschhandel benötigt er Pelze von Biber, Wolf und Waschbär. Also müssen Fallen konstruiert und gebaut werden – je komplexer, desto effektiver. Kreativität ist gefragt! Doch das alles bildet nur den Rahmen, denn worum es Cheslik vor allem geht, ist die Renaissance des Slapstick-betonten Stummfilms – eine Form der Unterhaltung, mit der er die Menschen jeden Alters und aus aller Welt erreichen kann. Also schickt Cheslik Super Mario in das Universum von Buster Keaton, Charlie Chaplin und Ernst Lubitsch. Der Regisseur nennt darüber hinaus die zeitgenössischeren Slapstick-Eskapaden der Farrelly-Brüder („Dumm und Dümmer“, „Verrückt nach Mary“) als Vorbild – und ja: Auch wir vermissen das alles schon viel zu lang. Wo sind die neuen Jim Carreys und Leslie Nielsens, die Farrelly- und die Zucker-Brüder? Wo ist der ganze gute Quatsch?
Mike Cheslik darf selbstbewusst die Hand heben. 150.000 US-Dollar hat seine Biberhatz gekostet. Das Team rund um Cheslik zählte sechs Mitarbeiter:innen, es ist viel „Friends & Familiy“-Spirit zu spüren bei dieser Produktion mit Green Screen, Puppenspiel und Biberpelzkostüm. Die Drehzeit belief sich auf zwölf Wochen, dann ging es noch zwei Jahre lang in die Postproduktion, in der Cheslik die Aufnahmen ausgiebig mit der Animationssoftware überarbeitete. In der er animierte, trickste und duplizierte. Am Ende sind es 1.500 Effekte auf 108 Filmminuten. Vor allem aber verschießt Cheslik ein atemloses Feuerwerk an Ideen! Für einige ermüdend, für die meisten ein riesiger kurzweiliger Spaß. Originell, infantil, liebevoll bis ins Detail und mit großem Kuschelfaktor. Nicht unbedingt was für die kleinsten, aber definitiv für alle großen Kinder.
All das stimmt hoffnungsvoll. Demnächst wird Mike Cheslik über mehr Budget verfügen. Auch wenn er sich bei allem Klamauk als ernsthaften Filmemacher verstanden wissen darf, verspricht er schon jetzt: „I promise: I will never be serious!“ (übers.: Ich werde niemals seriös sein!) Wir bitten darum.

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