
Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten
Deutschland 2024, Laufzeit: 111 Min., FSK 0
Regie: Paul Smaczny
Darsteller: Michael Triegel, Elisabeth Triegel, Christine Salzmann
Christlicher Glaube in der Kunst der Gegenwart
Olli (95), 22.02.2026
Der Regisseur Paul Smaczny begleitet den Maler Michael Triegel über mehrere Jahre bei der Neu-Erschaffung des zerstörten Mittelteils des Cranach-Altars im Naumburger Dom. Er lässt uns teilhaben am Schaffensprozess des Bildes. Stück für Stück nimmt das Kunstwerk Gestalt an. Der Film gewährt uns aber auch tiefe Einblicke in die Überlegungen, die Visionen und Zweifel des Künstlers. Durch die Darstellung von realen Personen der Gegenwart versucht Triegel eine Brücke zu bauen zwischen der 2000 Jahre alten biblischen Geschichte und unserer heutigen Zeit. Begeistern sind Triegels handwerkliche Akribie sowie seine künstlerische Komposition und die Umsetzung der Ideen.
Zwei Dinge haben mich beeindruckt: (1) Tiegel sieht auch das Schreckliche, Schockierende unbedingt als einen Gegenstand von Kunst. Die Auseinandersetzung damit lässt sich sowohl im Leben als auch in der Kunst nicht einfach wegschieben. (2) Triegels Ehefrau Christine steht zu ihrem verrückten Künstlergatten und nimmt teil an seinem Mühen und Freuden.
Gern hätte ich mir den Triegel-Cranach-Altar im Original in meiner alten Heimat in Naumburg angesehen. Doch da aufgrund der künstlerischen Darstellung die UNESO den Weltkulturerbetitel des Doms gegenwärtig in Frage stellt, befindet sich der Altar für eine befristete Zeit in einer Kirche in Rom. Im Mai plane ich eine geführte Reise durch die ewige Stadt. Vielleicht habe ich dabei ja Gelegenheit, mir das Kunstwerk anzuschauen?
Für Kunstinteressierte ist der Film sehr zu empfehlen.

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