Ein Weltstar-Cellist soll ein Kammerorchester in der Heimat retten. In den deutschen Feuilletons ist das bundesweite Zusammenstreichen kultureller Fördermittel gerade ein viel diskutiertes Thema. Dass das deutsche Kino dieses Sujet aufgreift, wagt man nicht einmal zu träumen – schon gar nicht als Komödie. Da muss man schon ins kleine, aber feine Filmland Island blicken, in dem schwarzer Humor, gepaart mit beißender Gesellschaftskritik, Tradition hat. So begegnen wir in „Der letzte Takt“ von Sigurjón Kjartansson einem Musikkritiker, der Abba und Mozart nicht auseinanderhalten kann, und einem begnadeten Cellisten, der alles begrabscht, was sich bewegt. Doch da kommt eine verschluckte Pflaume seinen Opfern zu Hilfe – und die Vorbereitungen für das zur Rettung eines kleinen Ensembles geplante Konzert nehmen plötzlich eine unerwartete Wendung. Eine Geschichte der makabren, aber äußerst unterhaltsamen Art.
Keiner hat Marseille so oft und so liebevoll gefilmt wie Robert Guédiguian. Er machte seine Heimat- und Geburtsstadt durch seine Geschichten berühmt als proletarische Stadt mit ganz und gar sympathischen Bewohnern, bei denen man sich am liebsten mit an den gedeckten Tisch setzen möchte. In seinen Filmen trifft man auf alte Bekannte, so auch in seinem neuesten Film „Das Fest geht weiter!“, der sich tatsächlich wie eine Fortsetzung anfühlt. Ariane Ascaride, diesmal in der Rolle einer engagierten Krankenschwester, kennt man bereits aus „Marius et Jeannette“ und „Gloria Mundi“, erneut spielt sie mit Jean-Pierre Darroussin, Buchhändler im Müßiggang. Sie verliebt sich in ihn, weicht so ihrer Angst vor dem Ruhestand aus. Ja, das ist sozialromantisch, aber keineswegs kitschig: Ein Blick direkt ins Herz der Menschen.
Außerdem neu in den Kinos in und um Wuppertal: die Actionkomödie „Guns Up“ von Edward Drake und das Jugendabenteuer „Drachenzähmen leicht gemacht“ von Dean DeBlois.
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