Wenn ihnen danach ist, dann tanzen sie. Oder sie machen Theater. Oder Tai-Chi. Auch Gartenarbeit, soziales Engagement und Kreativwerden stehen hoch im Kurs. Gespräche sowieso. Die Bewohner des Mehrgenerationenhauses an der Rudolfstraße in Unterbarmen sind zwar nicht miteinander verwandt, leben aber trotzdem in einer großen Gemeinschaft – und ziehen daraus viel positive Energie.
„Man ist schlicht nicht allein“, sagt Johanna Jopek. Die 72jährige Bewohnerin des Mehrgenerationenhauses ist Mitbegründerin des gemeinnützigen Vereins „Lebendiges Wohnen an der Wupper“, den fünf Frauen vor drei Jahren gegründet haben, um eben ein solches Projekt auf die Beine zu stellen – gegen Anonymität und Vereinsamung. „Älterwerden und sich gegenseitig in Notlagen Unterstützen, gemeinsam etwas auf die Beine Stellen, das sind unsere Grundgedanken“, sagt Jopek.
Der Verein hat inzwischen rund 50 Mitglieder und viele Partner, darunter die Vereinigte Evangelische Mission und die Sparkasse. Der jüngste Bewohner des vor 13 Monaten erstmals bezogenen Mehrgenerationenhauses – es ist das erste realisierte Projekt seiner Art in Wuppertal – ist 40, der älteste 80 Jahre alt. Zwei der 18 Wohnungen sind noch frei. Aber nicht für jeden, wie Jopek erklärt: „Wir wollen uns nicht voneinander abhängig machen und bieten keine Versorgung an. Jeder, der hier einzieht, muss in der Lage sein, einen Haushalt selbstständig zu führen. Probleme kommen später automatisch.“
Immer sei ein Ansprechpartner da, man könne sich aber auch jederzeit zurückziehen. Und in der Gemeinschaft mache das Leben an sich einfach mehr Spaß. Außerdem könne man voneinander lernen. Johanna Jopek hat vor einigen Tagen im Internet eine Tenorflöte erstanden.
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