Den Trägern der freien Kultur drohen im kommenden Jahr, verursacht durch die Überschuldung der Stadt, massive Einschnitte. Besonders die Einrichtungen, die wegen ihres Nischenangebotes nicht oder noch nicht kostendeckend arbeiten, stehen vor einer existenziellen Herausforderung.
Die Zukunft für die „Färberei“ als gemeinnützige Institution sieht nicht gerade rosig aus. Das Kommunikationszentrum für behinderte und nichtbehinderte Menschen stünde bei einem empfindlichen Rückgang der Subventionen im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich vor dem Aus. Dabei schmückt sich die Stadtspitze gerne mit dem Treffpunkt in Oberbarmen, der sich durch seine kulturellen Ausstellungen, Seminare und Workshops in dem historischen Gebäude einen Namen gemacht hat.
Die Zukunft der „Färberei“ sieht nicht gerade rosig aus
Deutlich entspannter sieht es bei der „börse“ aus, die im Oktober bereits ihr 35jähriges Bestehen feierte und am Nikolaustag zum Konzert von Altrocker Roger Chapman bittet. In den vergangenen Jahren hat sich die kulturelle Ideenschmiede nicht nur als etablierte Party-Location – gerade für die „Ü 40-Generation“ – einen positiven Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus erworben. Denn mit Blick auf die zahlreichen Tanz- und Theaterprojekte im gut gefüllten Veranstaltungsprogramm betont Geschäftsführerin Petra Lückerath: „Wir sind und bleiben ein Ort für politisches Geschehen.“ Im Unterschied zu den umtriebigen 70er und 80er Jahren wären jedoch die regelmäßigen Polizei-Razzien von einst mittlerweile fast undenkbar.
Als eine der ersten Adressen für gute Unterhaltung gilt auch das „Rex-Theater“ in Elberfeld, dessen Anfänge immerhin auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurückgehen. Nach dem Ende als Lichtspieltheater ging es 1998 als „Forum Maximum“ weiter, noch vor Weihnachten geben sich Parodist Jörg Knör und Musik-Tausendsassa Götz Alsmann die Ehre. Von der chronisch klammen Stadt erhofft sich Rex-Chefin Martina Steiner zumindest moralischen Beistand: „Wenn uns die Politik unsere Arbeit machen lässt, ohne uns Steine in den Weg zu legen, wäre uns schon sehr geholfen.“
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Lohn der Angst
Intro – Nach der Arbeit
Sanktionen schaffen keine Stellen
Teil 1: Leitartikel – Politik und Wirtschaft lassen Arbeitslose oft im Stich
„Eine gewisse Unsicherheit und Versagensängste“
Teil 1: Interview – Experte Matthias Auer über den Arbeitsmarkt für Jung-Akademiker
Der ganze Mensch
Teil 1: Lokale Initiativen – Die GESA Gruppe in Wuppertal hilft bei der Rückkehr ins Arbeitsleben
Erst das Vergnügen
Teil 2: Leitartikel – Industriearbeit ist ein Auslaufmodell
„Das BGE würde eher schaden als nützen“
Teil 2: Interview – Philosoph und Ökonom Birger Priddat über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens
Mehr als Existenzsicherung
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Attac-AG „Genug für alle“ aus Bonn
Klassenkampf von oben
Teil 3: Leitartikel – CDU und SPD wenden sich gemeinsam gegen arbeitende Menschen
„Je länger ein Arbeitstag dauert, desto unproduktiver wird er“
Teil 3: Interview – Gewerkschafter Stephan Krull über kürzere Arbeitszeiten und gesellschaftliche Teilhabe
Geschenkte Freizeit
Teil 3: Lokale Initiativen – Die Agentur Wake Up Communications Düsseldorf
Vertrauen durch Bildung
Was tatsächlich gegen Arbeitslosigkeit hilft – Europa-Vorbild Dänemark
Kurz frei
Arbeit schläft nie. Auch ihre Jünger nicht – Glosse
Fehlbilanz
Intro – Mündig
Jedem sein Kreuz
Teil 1: Leitartikel – Über Mündigkeit an der Wahlurne
„Wir empfehlen, das Wahlalter zu senken“
Teil 1: Interview – Demokratieexperte Jonathan Hoffmann über die Wahlbeteiligung von Jugendlichen
Was junge Menschen bewegt
Teil 1: Lokale Initiativen – Filmreihen von Jugendlichen im Medienprojekt Wuppertal
Die unmögliche Schule
Teil 2: Leitartikel – Lernen und Lehren zwischen Takt und Freiheit
„Wirklich Interesse zeigen“
Teil 2: Interview – Pädagogin Inke Hummel über die Beziehung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen
Freude am Lernen lernen
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Verein In Via Köln und die Motivia-Werkstattschule
Überwachen und Strafen
Teil 3: Leitartikel – Eine gesenkte Strafmündigkeit würde nicht zu mehr Sicherheit führen, sondern zu mehr Kindern und Jugendlichen im Knast.
„Kinder, die Probleme machen, haben in der Regel auch Probleme“
Teil 3: Interview – Kriminologin Nadine Bals über Jugendstrafrecht und Strafmündigkeit
Helfen statt strafen
Teil 3: Lokale Initiativen – Die Evangelische Jugendhilfe Bochum
Machtinteresse
In Österreich wählen bereits 16-Jährige – Europa-Vorbild: Österreich
Die Reifeprüfung
Erst zornig, dann stur. Das Leben des Homo politicus – Glosse
Erschütternd normal
Intro – Gegenwehr