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Mehrgenerationenhaus
Foto: Cornelia Wortmann

70 Jahre Generationendialog

28. Juni 2018

Seit 1948 verbindet das Wuppertaler Nachbarschaftsheim Menschen jeden Alters miteinander – Thema 07/18 Ewig Jung

„Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er braucht den Kontakt und den Austausch mit anderen Menschen.“ So beschriebAlfred Adler, Begründer der Individualpsychologie, ein Hauptmerkmal des Menschen. Der Mensch rudelt sich also gerne zusammen, nicht nur mit der eigenen Familie, sondern auch mit Freunden, die eher gemeinsame Interessen als den Nachnamen mit einem teilen. Zwei Ziele verfolgen Menschen im Normalfall mit dieser Strategie: sie wollen einerseits Geborgenheit und Sicherheit in der Gruppe erfahren; andererseits wollen sie selbst das Wohl der Gemeinschaft fördern und daran mitwirken. Niemand hat Spaß daran, sich überflüssig zu fühlen; möchte eher auch im Alter Verantwortung übernehmen und seinen Möglichkeiten angemessene Aufgaben erfüllen.

Wo sollen diese Tätigkeitsbereiche zu finden sein, wenn fehlende familiäre Bindungen und Armut im Alter zu Vereinsamung und Isolation führen? Die Gesellschaft hat sich gewandelt in dem Sinne, dass der einzelne Mensch viel stärker für sein Wohlergehen zuständig ist und nicht mehr auf früher gängige Strukturen zurückgreifen kann. Die Großeltern, die mit Mutti und Papi gemeinsam im Haus leben und sich um die Enkelkinder kümmern, sind nicht mehr selbstverständlich. Sowohl alte als auch junge Menschen müssen für sich schauen, welches Netzwerk sich einrichten lässt, wem man seine Unterstützung anbietet und von wem man Hilfe annehmen mag.

Gemeinnützige Projekte, die in dieser Richtung arbeiten, gibt es viele. Hervorzuheben ist hier das Nachbarschaftsheim am Platz der Republik, das bereits 1948 gegründet wurde, um „die Lebenssituation der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Wuppertaler Stadtteil Ostersbaum zu verbessern und einen Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaft zu leisten.“

Mit einem vielfältigen Programm werden alle Generationen und sämtliche Nationalitäten angesprochen, um in ihrer Persönlichkeitsentwicklung Unterstützung zu finden. Es gibt Weiterbildungsangebote und die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Immer liegt der Fokus auf der Vernetzung von Alt und Jung, von Menschen mit unterschiedlichsten Migrationshintergründen und auf der Förderung von sozial Benachteiligten. Durch die jahrelange Arbeit ist ein Stadtteil entstanden, der Mut macht für weitere Projekte. Am Ostersbaum merkt man: Die Menschen kommen miteinander ins Gespräch, man kümmert sich umeinander. Das sieht man an den Häusern und auf den Spielplätzen. Und man merkt es an den Themen, die im Nachbarschaftsheim diskutiert werden: Aktuell will man sich dem Müll und den Hundehaufen auf den Straßen widmen, die nach wie vor stören. Durch die lokale Begrenzung seiner Tätigkeit auf das Quartier um den Platz der Republik ist es dem Verein gelungen, viele Menschen zu erreichen und sie in ihrem Alltag abzuholen. Zahlreiche Nachbarn haben durch die Vereinsarbeit eine Perspektive im Leben gefunden.


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