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Energiewende selbstkritisch

27. September 2018

Ideen von und für EnergiebürgerInnen in Wuppertal – Thema 10/18 Dezentrale Energien

Der Ausbau Erneuerbarer Energien erfährt mittlerweile größte Zustimmung in der Bevölkerung. Jörg Heynkes spricht bewusst lieber von „intelligenter Energie“. Der Wuppertaler Unternehmer engagiert sich für die Energiewende und stellt fest: „Die eigentliche Revolution der Erneuerbaren Energien ist nicht, dass sie grün sind, sondern dass man sie selber machen kann!“

Doch mit der neuen Technik sind weitere moralische Fragen verknüpft. „Das Nachhaltigkeitskonzept ist im Kern eine Gerechtigkeitsnorm“ erläutert Dr. Michael Walther, Projektmanager bei der KlimaExpo.NRW. Die Initiative der Landesregierung präsentiert Projekte, die sich für den Klimaschutz einsetzen. „Ein intergenerationales Ziel wie die Sicherung der Lebensbedingungen auf der Erde kann in einzelnen Fällen in Konflikt mit weiteren Zielen stehen“ so Walther. „Das Nachhaltigkeitskonzept bietet nicht nur objektive Wahrheiten und Handlungsanweisungen, sondern auch ein Bündel ethischer Erwägungen“. Vor allem die Lieferketten sind oft intransparent. „Die relevanten Prozesse geschehen außerhalb der EU“, beschreibt Walther die Wertschöpfungskette. Trotzdem sei die Photovoltaik-Ökobilanz deutlich besser als die konventionelle.

„Und es verändert sich was“, sieht Heynkes den Fortschritt in Forschung und Industrie, seien in den Batterien für E-Autos doch keine seltenen Erden mehr und kaum noch kritische Rohstoffe wie Cobalt enthalten. „Cradle-to-cradle bestimmt den Zeitgeist“ beschreibt Heynkes die neue Philosophie der Industrie. „Das heißt, dass für jedes Bauteil schon bei Herstellung ein Recycling-Konzept vorliegt.“ Eine Entwicklung, die aber schleppend vorankommt, auch bedingt durch Politik. Verbraucher waren einst abhängig von den Energie-Giganten, aber jetzt entwickeln sich auch Wuppertals BürgerInnen immer mehr zu Selbstversorgern, z.B. in Bürgerenergiegenossenschaften. „Wer zum Energiebürger geworden ist, gewinnt ein neues Bewusstsein – und verändert automatisch seinen Konsum.“ Hier sieht auch Walther den Schlüssel für eine effiziente und gerechte Energiewende: „Anzustreben ist ein globalisierter Entwicklungsstand, aber nicht unser Verbrauchsniveau.“


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zum Thema auch unter: trailer-ruhr.de/thema und choices.de/thema

Aktiv im Thema

unendlich-viel-energie.de | Energiewende auf Kosten von Entwicklungsländern, lautet eine Befürchtung. Die Agentur für Erneuerbare Energien erklärt, warum die Energiewende trotzdem die bessere Alternative ist.
dnr.de/rohstoffpolitik-20 | Der Dachverband der deutschen Naturschutzorganisationen informiert über (kritische) Rohstoffe in der Industrie, einschließlich der Energiewirtschaft.
rohstoffwissen.org | Die Initiative informiert über die Bedeutung von mineralischen Rohstoffen für das Gelingen der Energiewende.

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Lisa Thiel

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