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Lieber Engels

11. Dezember 2020

engelszungen 12/20

12 Fitzroy Street Fitzroy Sq

London Nov. the 28/90.

Ein Donnerntes Hoch zu Deinen 70jährigen Geburtstage!

Meine Frau, ich und die Kinder wünschen Dir zu Deinem Heutigen Geburtstage, Das Du noch recht viele solche tage, gesunt und kräftig Erleben möchtest. Wir wünschen dies in Deinen interesse, so wie gleichzeitig im intresse der Proletarier partei. Da dieselbe Dich noch lange nicht entbären kann, denn die Arbeiten die noch auf Dich warten, sind so bedäutent, das dieselben von keinen andern so gemacht werden können, als Du sie machen kanst.

Wir wünschen das Du das Neue Jahrhundert, freutig, wohl und gesunt anträten mögest, um noch große Ereignisse zu erleben, zu welchen Du, sowohl wie unser treuer freund Marx, Den angang gemacht habt. zu der Emanzipation der Arbeiter klasse. In welchen Fahrwasser würde den Heute die Arbeiter Bewegung sich befinden? wäre es nicht für Euch beite gewesen, die den einzigen richtigen weg gezeigt haben, welcher jetzt von den Bewußten Proletariern aller Länder befolgt wird.

Wir betrauern sehr, das unsere teuren Freunde aus der Familie Marx nicht mehr in unserer Mitte sich befinden, um noch die befritigung zu haben, daß die Grossen Opfer, welche diese so aussergewöhnliche Geistreiche familie, für die Bewegung gebracht haben, Den Endlichen Sieg sich mit solcher macht nährern zu sehen.

Lieber Engels, Erlaube uns bei dieser gelegenheit, unser grosses betauern auzusprechen über die vielen verluste die Dich in so weniggen Jahren getroffen haben. Der Todt Deiner so Lieben Frau. Der prave W. Wolff, die so Liebens würtige Frau Marx, die theure und prave Frau Lanque, Dann der unersätzliche verlust, unseres grossen und unvergeßlichen freundes Karl Marx, nach ihm vor einigen Jahren unser alter treue genosse Philipp Backer Becker, und nun zulätzt die wahre freundin aller derjenigen die nicht mehr under uns weilen, und aller derjenigen die sie gekannt, und noch am Leben sind, die treue Helene. Dieser lätzte verlust, der so schnell und unverhoft stattfand, mus under den gegenwärtigen verhältnißen, für Dich unersätzlich, und gleichzeitig in jeder beziehung von sehr grossen Nachtheil sein.

Wir können uns bis jetzt noch nicht vorstellen, auf welche weise die grosse Lücke auch nur annähernd ausgefüllt werden kann. […] wir hoffen sehr Das Du über die grossen schwierigkeiten so balt als nur möglich hinweg kommen wirst. und Deine Jahre die Du noch zu Leben hast, welche wir söhnlichst Hoffen, daß es noch recht viele sein mögen, und daß Du dieselben gesunt und glücklich verleben wirst.

Im Namen unserer ganzen familie grüßt Dich Herzlich Dein Alter freund und partei genosse

Frederich Lessner

Friedrich Leßner (1825-1910), Revolutionär von 1848/49 und seit langem im Londoner Exil lebend, gratuliert seinem Freund Engels zum Geburtstag. Etwas verfrüht – wir schreiben das Jahr 1890 – wünscht er ihm auch einen guten Start ins neue Jahrhundert. Die kürzlich verstorbene Helene Demuth führte in den letzten Jahren Engels‘ Haushalt. Engels und sie hatten ein sehr vertrauensvolles Verhältnis. Die abenteuerliche Rechtschreibung Leßners ist Folge seiner mangelnden Schulbildung und des langen Aufenthalts im Ausland.

Quellenangabe: Marx-Engels-Gesamtausgabe, Briefwechsel, Band 30, Berlin 2013, S. 622-623 (Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Internationalen Marx-Engels-Stiftung); die Abbildung zeigt Friedrich Leßner.

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