Der Arrenberg. Simonsstraße. Schauen wir uns einmal um. Sanierte und glänzende Altbauten, frisch gestrichen, oder zumindest in letzter Zeit, wechseln sich ab. Mit Zweckbau aus der Nachkriegszeit, ob frische Fassade oder nicht. Dann ein Haus mit einer vom Regen geschwärzten Fassade und Balkonen, die aussehen wie 80er-Jahre-Ostblock-Hinterhof. Auf der anderen Straßenseite hat sich die Kunstwiese, eine Kunstschule für Kinder, angesiedelt. Fröhliche Bilder im Schaufenster. Dann wieder Altbau, allerdings im Leerstand. Und schräg gegenüber die rote Backsteinfassade, in dem das Förderzentrum Arrenberg, das Soulfood Café Simonz oder die Firma Proviel ihrer Arbeit nachgehen.
Wuppertal ist eine Stadt der Gegensätze – das sieht man in jedem Viertel, mitunter sogar innerhalb eines Straßenzuges. Das ist sogar statistisch belegt. Die Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses für Grundstückswerte ändern sich teilweise innerhalb von wenigen Metern. „Wir haben manchmal innerhalb einer Straße sehr attraktive Angebote neben sehr unattraktiven Immobilien“, sagt der Ausschuss-Vorsitzende Holger Wanzke. Das passt, wenn man durch das Viertel am Arrenberg schlendert. Es gibt halt überall noch was zu tun.
Angekommen in Simonsstraße 49. Hier ist das Stadtteilbüro des Vereins „Aufbruch am Arrenberg“. Seit sechs Jahren hat der Verein hier seine „Zentrale“ für alle, die einen Ansprechpartner rund ums Quartier suchen. Ein Besucher spricht über seine Wohnung im Briller Viertel. „Es kommt häufiger vor, dass sich Menschen aus anderen Quartieren bei uns über ihre Wohnungen beklagen“, sagt die Mitarbeiterin, die zwar Öffentlichkeitsarbeit für das Stadtteilbüro macht, ihren Namen aber nicht veröffentlicht sehen möchte.
Jeden Tag von 8 bis 15 Uhr, dienstags und donnerstags bis 19 Uhr, hat das Büro geöffnet. Es ist ein Baustein im großen Ganzen. „Die Leute haben gehört und sagen uns das auch so, dass ‚am Arrenberg grad viel geht‘. Sie wollen mitmachen oder Infos haben, was so los ist. Das sind potenzielle Mieter und welche, die bereits hier wohnen, aber auch Eigentümer oder Investoren“, sagt die Mitarbeiterin. „Sie kommen auch aus anderen Städten, viele aus Düsseldorf. Günstig zu wohnen, viel los im Viertel, gut angebunden an andere Großstädte – das ist attraktiv“, fügt sie hinzu. Am Aufsteller im Fenster hängen Suchanfragen und Angebote für Wohnungen. Außerhalb allen Lobes für das Viertel fänden viele aber auch eine Szenekneipe oder einen ähnlichen Ort für Jugendliche gut.
Im Stadtteilbüro werden auch Veranstaltungen geplant, zum Beispiel der Restaurant Day am 16. Mai, bei dem Privatleute ein eigenes Restaurant für einen Tag eröffnen. Natürlich warten die „Arrenberger“ auch wieder auf ihr Stadtteilfest 2015, das am 12. September stattfindet. Viele werden laut Stadtteilbüro erst bei diesem Fest darauf aufmerksam, was das Quartier alles zu bieten hat.
Lesen Sie weitere Artikel zum Thema auch unter: trailer-ruhr.de/thema und choices.de/thema
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