G.I. Joe 2: Die Abrechnung
USA 2013, Laufzeit: 110 Min., FSK 16
Regie: Jon M. Chu
Darsteller: Channing Tatum, Dwayne Johnson, Bruce Willis, Adrianne Palicki
>> www.gi-joe2.de
Pathetischer Kriegsactioner
Militärgala
„G.I. Joe 2: Die Abrechnung“ von Jon M. Chu
Nein – das ist nun wirklich zu viel des Guten: Konnte man Teil eins noch als flottes SciFi-Popcornkino für Jungs abzeichnen, macht die Fortsetzung dem „G.I.“ im Titel alle Ehre und verkommt zum hohlen Ballerfilm, in dem die Joes zuerst irdischen Gegnern (Araber, wen sonst) mit überlegener Präzision und Perfektion den Garaus macht, um dann von einer bösen Übermacht auf eine Handvoll Rekruten (Dwayne Johnson, Channing Tatum, Adrianne Palicki) dezimiert zu werden, die dann in Kooperation mit einem waffenvernarrten Ex-Militär (Bruce Willis) gegen den Möchtegern-Weltherrscher antritt.
Die Action wird hier überwiegend auf kriegerische, lautstarke, aber letztlich unspektakuläre und schon gar nicht nachhaltige Feuergefechte herunter gebrochen. Einzige Ausnahme bildet eine Entführungsaktion aus einem Kloster, bei der Schauwerte geboten werden, die sich angenehm vom ansonsten auf Blei und Rauch reduzierten Tamtam abheben. Das alles ist recht befremdlich, waren doch beide Kriegsparteien im ersten Teil auf technisch wesentlich fortschrittlicherem Niveau als in dieser Fortsetzung. Von den Errungenschaften der Nanotechnologie sind hier nur noch ein paar explodierende Käfer übrig geblieben.
Was bleibt ist ein hohles Fest auf die Brothers in Arms dieser westlich zivilisierten Welt, ohne Buddy-Humor, ohne charmantem Flirt, ohne Tempo. Eine Art „Expendabels“ ab 12 – was so gar keinen Sinn macht. Darüber hinaus wird hier das Militär so völlig ironiefrei gefeiert, dass unterm Strich nichts als ein Rekrutierungsfilm für die US-Armee bleibt. Oder, zumindest im Geiste, ein 90-minütiger Clip für die nächste internationale Waffenmesse. Der besorgte Rezensent fragt sich derweil: Sind 12-jährige Jungs für sowas womöglich zu jung - oder bin ich einfach bloß zu alt…?
(Hartmut Ernst)

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