„Froh, dass kein Supermarkt einzieht“
David J. Becher über die alten und neuen Heimspiele seines Ensembles
engels: Herr Becher, hat das Vollplaybacktheater ein neues Domizil gefunden?
David J. Becher: Wir gehen mit Martina Steimer gern in den Barmer Bahnhof und sind auf die vier Vorstellungen im April gespannt. Es ist zwar alles etwas kompakter als im Rex, auch die Bühne ist nicht mehr so groß, aber der Bahnhof ist ein sehr schöner Raum.
Sie bleiben also nicht im Rex?
Wir fühlen uns sehr verbunden mit Martina Steimer. Unsere ersten Proben haben wir noch im alten Forum am Arrenberg gemacht. Das Vollplaybacktheater ist ja im Rahmen des Wuppertaler Theatersommers aus der Taufe gehoben worden, den ja Martina Steimer und Carsten Decker veranstalteten. Wir sind seinerzeit mit ins Rex eingezogen. Uns verbindet mehr mit den Personen als mit dem Haus.
Dem Rex weinen Sie trotzdem eine Träne nach?
Es ist ein schönes Haus, hat eine große Kapazität und auch eine bewegte Geschichte. Aber ich habe dort auch eine Zeitlang mitgearbeitet und weiß, wie schwierig es ist, die behördlichen Auflagen zu erfüllen. Ich bin froh, dass da jetzt investiert wird und kein Supermarkt einzieht.
Das Rex hat eine Zukunft, der Barmer Bahnhof öffnet. Kann man von einer Renaissance der freien Bühnen im Tal sprechen?
Ich will nicht zu euphorisch sein, aber es sieht danach aus. Auch das LEO-Theater ist in ein größeres Haus gezogen. Dann gibt es inzwischen das Kammerspielchen. Da tut sich eine Menge. Ich bin gespannt, wie sich diese Spielstätten nebeneinander etablieren werden.
Das Vollplaybacktheater ist aber auf seine Geburtsstadt nicht mehr angewiesen.
Natürlich, wir können eigentlich die Situation in Wuppertal entspannt betrachten. Als Tourneetheater spielen wir sechs Termine hier und etwa sechzig woanders. Aber ich hänge sehr an Wuppertal, habe mein ganzes Leben hier verbracht. Wir hätten unsere letzte Premiere auch in Köln oder Düsseldorf machen können, haben dann glücklicherweise die Bühne der Rudolf-Steiner-Schule nutzen können.
Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Als wir anfingen, waren vier Vorstellungen geplant. Wir machen nun im 14. Jahr Theater, sind alle Anfang/Mitte Dreißig und spielen kleine Jungs. Mal gucken, wie das in 30 Jahren aussieht.
Zitat: „Es tut sich eine Menge in Wuppertal“
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.
Baustellen
Die Bühnenlandschaft im Tal formiert sich neu - THEMA 02/11 BEWEGENDE BRETTER
„Kooperation ist gut fürs Publikum“
Martina Steimer über das alte Rex-Theater und ihre neuen Pläne - Thema 02/11 Bewegende Bretter
Magischer Dickhäuter
Die Geschichte des Rex ist die Geschichte der Stadt - Thema 02/11 Bewegende Bretter
Live-Club Barmen wieder lebendig
Die vergrößerte Eventfläche bietet dem Traditionshaus neue Perspektiven - Thema 02/11 Bewegende Bretter
Branchenprobleme
Intro – Gut informiert
Journalismus im Teufelskreis
Teil 1: Leitartikel – Wie die Presse sich selbst auffrisst
„Nicht das Verteilen von Papier, sondern Journalismus fördern“
Teil 1: Interview – Der Geschäftsführer des DJV-NRW über die wirtschaftliche Krise des Journalismus
Pakt mit dem Fakt
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Zentrum für Erzählforschung an der Uni Wuppertal
Teuer errungen
Teil 2: Leitartikel – Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss bleiben – und besser werden
„Die Sender sind immer politisch beeinflusst“
Teil 2: Interview – Medienforscher Christoph Classen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Aus den Regionen
Teil 2: Lokale Initiativen – Das WDR-Landesstudio Köln
An den wahren Problemen vorbei
Teil 3: Leitartikel – Journalismus vernachlässigt die Sorgen und Nöte von Millionen Menschen
„Das Gefühl, Berichterstattung habe mit dem Alltag wenig zu tun“
Teil 3: Interview – Medienwissenschaftlerin Marlis Prinzing über Haltung und Objektivität im Journalismus
Von lokal bis viral
Teil 3: Lokale Initiativen – Die Landesanstalt für Medien NRW fördert Medienvielfalt
Nicht mit Rechten reden
Der „cordon sanitaire médiatique“ gibt rechten Parteien keine Bühne – Europa-Vorbild Wallonien
Der Vogelschiss der Stammesgeschichte
Wenn Menschenrechte gleich Lügenpresse sind – Glosse
Ich, Menschenfeind
Intro – Rechtsabbieger
Faschismus ist nicht normal
Teil 1: Leitartikel – Der Rechtsruck in Politik und Gesellschaft – und was dagegen zu tun ist
„Radikalisierung beginnt mit Ungerechtigkeitsgefühlen“
Teil 1: Interview – Sozialpsychologe Andreas Zick über den Rechtsruck der gesellschaftlichen Mitte
Nicht mit uns!
Teil 1: Lokale Initiativen – Das zivilgesellschaftliche Netzwerk Wuppertal stellt sich quer
Hakenkreuze auf dem Schulklo
Teil 2: Leitartikel – Wo Politik versagt, haben Rechtsextremisten leichtes Spiel
„Man hat die demokratischen Jugendlichen nicht beachtet“
Teil 2: Interview – Rechtsextremismus-Experte Michael Nattke über die Radikalisierung von Jugendlichen
Zwischen Krawall und Karneval
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Bereich Gegenwart im Kölner NS-Dok klärt über Rechtsextremismus auf
Die Unfähigkeit der Mitte
Teil 3: Leitartikel – Der Streit ums AfD-Verbot und die Unaufrichtigkeit des politischen Zentrums
„Die Chancen eines Verbotsverfahren sind relativ gut“
Teil 3: Interview – Rechtsextremismus-Forscher Rolf Frankenberger über ein mögliches Verbot der AfD