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In Wuppertal wird immer weniger geimpft
Foto: WikiImages / Pixabay

Ein Appell an alle Impfgegner

14. November 2019

Wer nicht impft, gefährdet sich und andere – Nachgefragt 11/19

Impf’ ich, oder lass ich es bleiben? Immer häufiger entscheiden sich Eltern dafür, ihre Kinder nicht impfen zu lassen, weil sie Nebenwirkungen fürchten oder der Wissenschaft nicht (mehr) vertrauen (wollen). In Wuppertal ist die Entwicklung besonders auffällig. So sanken die Impfquoten bei Vorschülern in den vergangenen sechs Jahren teils um mehr als fünf Prozent – ein Problem, um einen flächendeckenden Impfschutz weiterhin zu gewährleisten.Pei Polio sank die Schutzquote von 89,7 auf 83 Prozent, bei Diphterie von 90 auf 85,3 Prozent und bei Tetanus von 90,8 auf 85,9 Prozent. Bei Masern, Mumps und Röteln sind die Quoten um jeweils gut drei Prozent gesunken. Sie liegen alle unter 85 Prozent – mit der Konsequenz, dass die Masern in Wuppertal zurück sind. Rund ein Dutzend Menschen erkrankte alleine in diesem Jahr – bisher. Tendenz: steigend.

Bei den obligatorischen Schuleingangsuntersuchungen wird bei den Kindern die Dokumentation der bisherigen Impfungen erfasst. Nachgefragt, heißt es seitens Martina Eckermann vom Presseamt der Stadt Wuppertal: „Bei den Vorschulkindern müssten für einen vollständigen Impfschutz zum Zeitpunkt der Untersuchung bei MMR(-Impfstoffen) zwei oder mehr Impfungen erfolgt sein. Vergleicht man die Daten aus dem Untersuchungsjahr 2017/18 mit den Ergebnissen aus dem Jahrgang 2011/12, kann festgestellt werden, dass der Anteil der Kinder mit einem vollständigen Impfschutz bei allen Impftypen im Beobachtungszeitraum abgenommen hat.“ Impfgegner werden für den Rückgang der Impfraten vor allem verantwortlich gemacht. Nicht zu vernachlässigen ist aber ebenso die Annahme, dass der Anstieg des Bevölkerungsanteils aus dem Ausland seit 2012 eine entscheidende Rolle spielt. „Mögliche Gründe dafür könnten ein im Herkunftsland fehlendes System der Früherkennung oder eine nicht ausreichende medizinische Versorgung sein“, so die Stadt. Kritik an der Impfpraxis üben jedoch auch jene, die es eigentlich besser wissen müssten – so etwa dieÄrzte für individuelle Impfentscheidung e.V., die bereits am 12. Oktober 2010 in ihrem‚Wuppertaler Manifest’ festschrieben: „Die jetzige Praxis von zunehmend als Verpflichtung interpretierten Impfempfehlungen wird den wissenschaftlichen, gesundheitlichen und ökonomischen Erfordernissen einer modernen integrierten Präventivmedizin in keiner Hinsicht gerecht und ist in dieser Form ein Anachronismus.“

Pascal Hesse
Foto: Stefanie Lawrenz
​Pascal Hesse, investigativer Journalist für trailer, engels, choices, FOCUS und [recherche|kollektiv].
Er ist im Vorstand DJV NRW.

'Nachgefragt: Der Weg des Geldes' ist seine Kolumne

Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verpflichtende Masern-Impfungen in Kitas und Schulen sowie für medizinisches Personalfordert fordert, ist eine logische Konsequenz. „Impfungen sind eine der größten Errungenschaften der Menschheit“, so Spahn. Hochansteckende Infektionskrankheiten wie Pocken konnten dadurch ausgerottet werden; bei Masern sei es noch nicht soweit. Natürlich, es geht um die Freiheit des Einzelnen, die körperliche Unversehrtheit und das Elternrecht. Doch die eigene Freiheit endet dann, wenn jemand in die Freiheit anderer eingreift. Oder wie Spahn sehr richtig sagt: „Zur Freiheit in einer offenen Gesellschaft gehört auch dazu, dass der andere mich nicht unnötig gefährdet.“ Säuglinge, Senioren oder kranke Menschen, bei denen die Immunisierung zu risikoreich ist, sind darauf angewiesen, dass alle anderen geimpft sind. Ansonsten kann das für diese Menschen im Ernstfall den Tod bedeuten.


Rückblick: Nachgehakt – Das bisschen (Bürger-)Haushalt

Die Menschen in Wuppertal an wichtigen politischen Entscheidungen zu beteiligen, ist Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) wichtig. Mit der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Haushaltsplanungen geht die Stadt Wuppertal neue Wege. Bis zum 16. Oktober können sie sich auf www.talbeteiligung.de nicht nur über den Entwurf für den diesjährigen Doppelhaushalt informieren, sondern eigene Anregungen und Vorschläge für den Haushalt einbringen. Als Schwerpunkte wurden die Bereiche „Mobilität“ und „Freizeitgestaltung im Freiraum“ ausgemacht. Zu ihnen und ebenso zur Thematik „Altschulden“ sind Vor-Ort-Workshops geplant. Die Haushaltsplanungen transparent machen für die Bürger, das ist das erklärte Ziel des Oberbürgermeisters. Die Kämmerei und das Büro für Bürgerbeteiligung haben das gemeinsame Format entwickelt.

Pascal Hesse

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