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Seit 1901 ist die Schwebebahn das Wahrzeichen und die Pulsader der Stadt Wuppertal
Foto: WSW

Schwebendes Glück

20. Dezember 2018

Die teure Besonderheit einer Schwebebahn – Nachgefragt 01/19

Köln hat den Dom, Berlin das Brandenburger Tor, Wuppertal die Schwebebahn – sie ist das Wahrzeichen der Stadt, Liebhaberei und Zukunftsprojekt zugleich. 1901 eröffnet, schlängelt sie sich bis heute durch die Straßen. Dennoch: Vor Alterserscheinungen ist die denkmalgeschützte Anlage nicht gefeit. Erst vor Kurzem löste sich eine Stromschiene, fiel zu Boden und erschlug beinahe einen Autofahrer. In Erinnerung ist vielen noch ein deutlich schwererer Unfall vor fast 20 Jahren, infolgedessen es einmalig zu Todesfällen kam. Nichtsdestotrotz gilt die Wuppertaler Schwebebahn weiterhin als das sicherste Verkehrsmittel der Welt. Doch wie steht es um ihre Finanzierung?

Das System wurde seit den 1990er Jahren für über 600 Millionen Euro komplett erneuert. „Der Absturz der Schiene war tragisch und wir sind sehr dankbar, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, bekräftigt Stephan Holger von der WSW-Unternehmensgruppe. Moderne Technik, die sich auf Sensoren stütze, sei anfälliger; da könne eine Taube schon den Unterschied machen, wenn sie sich am falschen Ort erleichtere. Es käme so hin und wieder zu kurzen Betriebsstörungen, die Verfügbarkeit des Systems liege dennoch bei über 99 Prozent. Gespart würde an der Schwebebahn mitnichten, wie der WSW-Sprecher betont: „Momentan sind wir dabei eine neue Wagengeneration und ein neues Betriebssystem zu etablieren, dann ist die Erneuerung komplett.“ Die Maßnahme wird durch den VRR gefördert. Der Eigenanteil und der Betrieb müsse allerdings selbst gestemmt werden. „Die Investitionen in den Neubau zeigen, dass die Kommunalpolitik die Bahn auch nicht durch die Finanzierung infrage stellt“, sagt Ulf Klebert, Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Die hohe Effektivität für Wuppertal würde gerade bei Ausfallzeiten deutlich.

Pascal Hesse
Foto: Stefanie Lawrenz
​Pascal Hesse, investigativer Journalist für trailer, engels, choices, FOCUS und [recherche|kollektiv].
Er ist im Vorstand DJV NRW.

'Nachgefragt: Der Weg des Geldes' ist seine Kolumne

Noch immer ist die Schwebebahn, die so eigens für Wuppertal kreiert wurde, einmalig auf der Welt und das Rückgrat des Nahverkehrs. „Die über 80.000 Fahrgäste, die tagtäglich die Schwebebahn nutzen, zeigen ihre große Bedeutung für Wuppertal. Man könnte sie auch als Puls der Stadt definieren“, sagt Tobias Wierzba, Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal. Nachgefragt, warum andere Städte sich die einmalige Technologie noch nicht zunutze gemacht haben, sieht er noch deutliche Potenziale: „Eine Schwebebahn ist dort ein sinnvolles Verkehrsmittel, wo die Topographie es zulässt und die Stadtstrukturen denen in Wuppertal ähneln. Für die in der Tallage und am Verlauf der Wupper entwickelte Stadt ist und bleibt die Schwebebahn für die Ost-West-Verbindung das optimale Verkehrsmittel.

Sie verbindet die publikumsstarken Ziele zuverlässig miteinander. Für Metropolen könnte sie daher interessant sein.“ Warum andere Städte das Wuppertaler Konzept nach über 100 erfolgreichen Jahren noch nicht adaptiert haben, ist verwunderlich. Zu Zeiten, in denen der Busverkehr witterungsbedingt eingestellt oder eingeschränkt werden muss, verrichtet die Schwebebahn zuverlässig ihren Dienst. Abgesehen von der Schwebebahn Dresden und der Hängebahn Memphis kommt keine nennenswerte Bahn dieser Art zum Einsatz. Magnetschwebebahnen hingegen haben sich als deutlich anfälliger und kostspieliger erwiesen. Stadtplaner in Metropolen, die unter dem Verkehrskollaps leiden, können sich an der Wuppertaler Schwebebahn ein Vorbild nehmen.


Rückblick: Nachgehakt – Räte und Beiräte des Oberbürgermeisters

Die CDU-Fraktion im Wuppertaler Stadtrat hatte das Einrichten von Räten und Beiräten durch den Oberbürgermeister Andreas Mucke moniert. In einer großen Anfrage forderte sie Antworten. Diese sind nunmehr im Ratsinformationssystem eingestellt. OB Andreas Mucke stellt darin klar: „Der Wissenschaftliche Beirat ist ein Beratungsgremium ohne Rechtscharakter. Es bestehen keine offiziellen formellen Regelungen, wie eine Satzung oder eine Geschäftsordnung. Es handelt sich daher selbstverständlich auch um kein Gremium der Gemeindeordnung. Der Wissenschaftliche Beirat hat keinerlei Initiativ- oder Antragsrecht. Der Wissenschaftliche Beirat fasst keine Beschlüsse.“ Warum Räte, die keine Beschlüsse fassen abseits der Ratsgremien überhaupt erforderlich sind, wird in der Antwort jedoch nicht deutlich.

Pascal Hesse

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