engels: Herr Rudolph, Sie forschen zu dem Thema Elektromobilität auf zwei Rädern. Was haben Sie herausgefunden?
Zunächst interessierte mich die Frage, wie hoch der Beitrag des Pedelecs zum Klimaschutz sein kann. Und dann ging es mir um das Instrumentarium, das Politik und Wirtschaft nutzen können, um Pedelecs zu fördern. Dazu habe ich Experten interviewt und Nutzer befragt.
Zu welchen Schlüssen sind Sie gekommen?
Das Pedelec bietet im Verhältnis zum Fahrrad mehr Nutzungsmöglichkeiten. Nutzer gibt es in allen Altersgruppen, mehrheitlich sind es ältere Menschen. Aber auch Jüngere interessieren sich zunehmend für dieses Verkehrsmittel. Hier ist der Anschaffungspreis oft noch eine Hürde. Auch Manager fahren inzwischen Pedelec. Für manche ist das Pedelec ein Statussymbol. Es gibt Modelle, die 30.000 Euro kosten.
Wie kann das Pedelec gefördert werden?
Alle Politikinstrumente, die nachhaltigen Verkehr fördern, fördern das Pedelec. Der Mensch muss dazu gebracht werden, möglichst kurze Wege zu fahren und dabei selten das Auto zu nutzen. Da gibt es Maßnahmen, die Pkw-Nutzung einschränken und Maßnahmen, die Alternativen zum Pkw fördern. Eine typische Maßnahme, die Autofahrer ärgern soll, ist die Besteuerung des Spritpreises. Im innerstädtischen Verkehr helfen Parkraumbewirtschaftungsmaßnahmen. Wir brauchen weniger und teurere Parkplätze für Autos und mehr Parkplätze für Fahrräder.
Fordern Sie ein besseres Radwegenetz?

Nein, Pedelecs gehören auf die Straße. Autofahrer sollen sich in jeder Stadt an Radfahrer gewöhnen. Baulich getrennte Radwege stellen in Kreuzungsbereichen ein Sicherheitsrisiko dar, das sich bei schneller Fahrt mit dem Pedelec noch erhöht. Eine wichtige Maßnahme wäre die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in der Stadt. So würde die passive Sicherheit für Radfahrer enorm erhöht werden. Außerdem würden sich die Reisegeschwindigkeit des Autos und von Pedelecs angleichen. So wäre das Pedelec im Verhältnis zum Auto ein gleichwertiges Verkehrsmittel.
Alle Wege kann ich mit dem Elektrorad aber nicht zurücklegen.
Das stimmt. Wichtig ist daher eine bessere Kopplung mit Bussen und Bahnen.
In Wuppertal gibt es Berge und Regen. Was ist dagegen zu tun?
Alle Orte in Wuppertal können mit dem Pedelec ohne große Anstrengung erreicht werden. Der Regen ist natürlich ein Problem. Denkbare Umbauten machen das Pedelec aber wieder unhandlicher. Aber es gilt die Regel, dass sich ein Mensch gut einpacken kann. Arbeitgeber können Duschen und Umkleideräume anbieten. Das ist allemal günstiger als große Firmenparkplätze.
Und der Strom kommt aus der Steckdose?
Das Pedelec braucht fast keine Energie. Dieser Strom sollte aber regenerativ hergestellt werden.
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