Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

12.340 Beiträge zu
3.659 Filmen im Forum

Rudolf Buchbinder malt einen Flügel
Foto: Presse

Buchbinder play & conduct

06. November 2019

Beethovens Klavierkonzerte treffen auf Wagners Wunderharfe – Klassik am Rhein 11/19

„Es stand ein Pianino in der winzig kleinen Wohnung, das hat mich angezogen wie ein Magnet. Mit 5 Jahren habe ich dann meine Aufnahmeprüfung bestanden an der Musik-Akademie, damit war ich der jüngste Student in der Geschichte dieses Instituts.“ So erinnert sich das 1946 geborene Nachkriegskind Rudolf Buchbinder an seinen Start ins aktive Leben eines Musikers und bedenkt gleich die guten Seiten einer schweren Zeit: „Wir haben den Aufbau miterlebt bis zum heutigen Wohlstand!“

Zum runden Geburtstag vor einigen Jahren zog die ganze Welt vor dem Pianisten den Hut, in der Carnegie Hall New York, der Suntory Hall Tokio, dem Musikverein Wien und in der Berliner Philharmonie. Dazu verliehen ihm die Wiener Philharmoniker die Ehrenmitgliedschaft, ebenso das Israel Philharmonic Orchestra.

Jetzt reist er als Götterbote des Beethoven-Jahres 2020 mit „Wagners Wunderharfe“, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, durch berühmte Konzerthallen wie der Kölner Philharmonie. Auf dem Programm stehen an zwei Abenden alle fünf Beethoven-Klavierkonzerte. Nicht, dass das Orchester ihn dabei begleiten solle. Der Pianist: „Ich will auch von keinem Dirigenten begleitet werden, es ist immer eine Partnerschaft. Ich begleite einen Freund ins Restaurant, das ist die einzige Art von Begleiten, die ich akzeptiere.“

Damit gar keine Diskussion entsteht, leitet er gerne selbst vom Flügel aus. „Ich habe schon einige hundertmal play and conduct praktiziert, mit den verschiedensten Orchestern in der ganzen Welt, Mozart-Konzerte und Beethoven-Konzerte. Diese Komponisten haben das ja auch so gehandhabt.“ Und dieses Prinzip hat sich bewährt. „Es ist eine Art vergrößerte Kammermusik, wo jeder Musiker bis hin zum letzten Pult eine viel größere Verantwortung hat. Ich dirigiere ja nicht permanent, gebe im Konzert nur Impulse. Die Arbeit findet vorher in den Proben statt.“ Alle Musiker müssen noch besser zuhören und reagieren. Das beherrscht der erlesene Klangkörper aus Dresden, das Gespann ist bestens eingespielt als Live-Duo. Buchbinder: „Ich mache keine Studio-Aufnahmen mehr. Im Studio fehlen mir die drei entscheidenden Dinge: Emotion, Spontaneität und Nervosität. Das ergibt das Prickeln.“ Wenn allerdings etwas passiert, ein kurzer Blackout oder ähnliches, lässt sich wenig retten. Der Pianist geht bei hohem Risiko sehr entspannt ins Rennen, weil er weiß: „Entspannt bin ich nie, ich bin nur sicher. Meine Trefferquote, wie es so schön heißt, ist relativ hoch.“

Sächsische Staatskapelle Dresden, R. Buchbinder: Beethoven | 20. u. 21.11. 20 Uhr | Kölner Philharmonie | 0221 280 280

Olaf Weiden

Neue Kinofilme

Le Mans 66 – Gegen jede Chance

Lesen Sie dazu auch:

Dialog ohne Grenzen
20 Jahre West-Eastern Divan Orchestra – Klassik am Rhein 10/19

Himmliche Töne
Zum zehnten Mal feiert Köln ein Kirchenmusikfestival – Klassik am Rhein 09/19

Neue Fragen zur Alten Musik
Das Musikfestival „Felix!“ feiert Premiere – Klassik am Rhein 08/19

Die Uhr zurückgedreht
Das Forum Alte Musik Köln feiert Geburtstag – Klassik am Rhein 03/19

Blume aller Blumen
Ein Liederabend in Köln lässt Rosen erblühen – Klassik am Rhein 02/19

Riesige Hände
200. Geburtstag von Clara Schumann – Klassik am Rhein 01/19

Köln in Champagner-Laune
2019 wird ein knallbuntes Offenbach-Jahr – Klassik am Rhein 12/18

Klassik.