engels: Frau Koehler, macht ein dreigliedriges Schulsystem noch Sinn?
Heide Koehler: Von einem dreigliedrigen Schulsystem zu sprechen, ist unsinnig. Wenn wir die Sekundarschule und die Förderschulen hinzunehmen, haben wir viele Systeme. Ich habe erlebt, dass Kinder mit besseren Noten eine Realschulempfehlung hatten, während schwächere Schüler eine Empfehlung fürs Gymnasium hatten. Das macht die Dreigliedrigkeit lächerlich.
Fungiert die Sekundarschule als Antwort auf das Schulsterben bedingt durch den demografischen Wandel?
Die Sekundarschule soll eine Kombination aus Realschule und Hauptschule werden. Die Errichtung einer Sekundarschule ist in Regionen mit wenig Population sinnvoll. Sie bietet echte Chancen, wenn Sie mit einem Gymnasium kooperiert und eine Zielorientierung hinsichtlich des Abiturs bietet.
In den 1970er Jahren brachte die SPD die Gesamtschule auf den Weg. Ist die Sekundarschule „alter Wein in neuen Schläuchen“?
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Die Gesamtschule lässt nicht die Frage aufkommen, wo geht mein Kind hin. Sie ermöglicht von Anfang an ein langes gemeinsames Lernen. Darüber hinaus hat sie eine etablierte Oberstufe. Eine Gesamtschule muss Schüler mit einer gymnasialen Empfehlung aufnehmen, eine Sekundarschule kann sie aufnehmen.
Die schwarz-gelbe Koalition hat in NRW die Schulpolitik reformiert. Hält die SPD am Turbo-Abitur fest?
Die rot-grüne Minderheitsregierung hat es den Gymnasien freigestellt, ob sie ihre Schüler nach acht oder neun Jahren zum Abitur führen. Dabei bleiben wir auch.
Das Thema Bildung gilt als Kernkompetenz der SPD. Was dürfen die Wähler in der Schulpolitik von den Sozialdemokraten erwarten?
Die Vielgliedrigkeit führt zur Spaltung unserer Gesellschaft. Deshalb fördert die SPD längeres, gemeinsames und ganztägiges Lernen. Die Schüler regen sich gegenseitig an und können zusammenarbeiten. Gemeinsames Lernen ist eine Basis für eine Gemeinschaft, die sich anerkennt.
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