Eine laue Sommernacht im August, kurz nach Mitternacht. Während es draußen noch angenehm warm ist, wummern im Bahnhof Langendreer die Bässe. „La Schmoov“ – so heißt die Party an diesem Freitag, bei der die Partyjünger aus dem Ruhrgebiet Hip-Hop, Electro Funk und Dancehall auf die Ohren bekommen. Thomas ist an diesem Freitagabend gemeinsam mit seinen Freunden bei „La Schmoov“. Die Musik beschallt ihn, die bunten Lichter umkreisen ihn, ein gekühltes Getränk lächelt ihn an. Was auf den ersten Blick selbstverständlich wirkt, ist auf den zweiten Blick auch ein Energie- und Kostenfaktor: Boxen, Lichtanlage und Kühlschränke sind nur einige von zahlreichen Geräten, die den Stromverbrauch in Clubs zum Explodieren bringen. Um eine Party am Laufen zu halten, verbraucht eine Diskothek immens viel Energie. Deshalb engagiert sich der Bahnhof Langendreer als einziger Veranstaltungsort im Ruhrgebiet bei der Initiative „Green Club Index“. Von dem ökologischen Engagement des Bahnhofs hat Thomas bisher noch nichts gewusst. „Der Club sollte viel offensiver bewerben, dass er bei der Initiative mitmacht“, sagt er. Das habe auch den Nebeneffekt, dass sich das Umweltbewusstsein der Gäste verstärke.
„50 Cent mehr für Ökostrom wären kein Ding“
Neben Thomas steht Marc. Der ist eher zufällig heute auf dieser Hip-Hop-Party gelandet. Zwar war der Jazz-Pianist bereits auf der einen oder anderen Veranstaltung des Bahnhofs, bisher aber noch nie auf dieser Party. Marc – besonders auffällig: sein schwarzes Shirt mit der weißen Aufschrift „I love Jazz“ und die rotkarierte Hose – ist sehr umweltbewusst: „Ich habe mich schon immer dafür interessiert, wie man die Natur möglichst schonen kann.“ Er bezieht seine Energie über einen Ökostrom-Anbieter und demonstriert gegen Atomstrom. Dass es zu dem am billigsten produzierten Strom auch Alternativen geben muss, davon ist Marc überzeugt: „Ich würde immer die andere Energie nehmen, auch wenn ich mehr zahlen muss.“ Auch im Alltag achtet er darauf, die Umwelt zu schonen: Er fährt Fahrrad, läuft Treppen, zieht bei Stand-by-Geräten den Stecker raus. Genauso wenig wie Marc ist auch seiner Begleiterin Christina bisher das Engagement des Bahnhof Langendreer bekannt. „Alles, was die Umwelt nicht belastet, finde ich super“, sagt sie. Sie ist ebenfalls umweltbewusst, achtet auf einen effizienten Stromverbrauch, trennt Müll, sortiert Glas und Zeitungen. Da beginnt mitten im Partylärm eine umweltpolitische Debatte. Auch Thomas ist gegen Atomstrom. Er findet die Energiewende sinnvoll und würde mehr zahlen, wenn eine Disco Ökostrom verwendet: „50 Cent mehr für Ökostrom wären kein Ding.“ Allerdings sollten die Kosten transparent sein, nicht als versteckte Preiserhöhung daherkommen. Als umweltbewusst würde Thomas sich trotzdem nicht bezeichnen. Dann müsste er ein Auto fahren, das weniger als zehn Liter verbraucht, gibt er schmunzelnd zu.
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