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Mit Tendenz zu grün
Foto: MQ-Illustrations / Adobe Stock

Im deutschen Stromsee

15. November 2021

Der Weg zum nachhaltigen Strommix am Beispiel des Kölner Energieanbieters Yello

Ökostrom ist längst kein Nischenphänomen mehr. Im Gegenteil, der Markt ist heiß umkämpft. Etwa 80 Prozent der deutschen Stromversorger haben mindestens einen Ökostromtarif im Angebot, einige setzen ausschließlich auf grüne Energie. „Die Kunden erwarten mittlerweile Ökostrom im Portfolio“, sagt Tanja Beer, Pressesprecherin des in Köln ansässigen Anbieters Yello Strom GmbH.

Als Tochterunternehmen der EnBW Energie Baden-Württemberg AG war Yello 1999 einer der ersten neu gegründeten Energieanbieter auf dem frisch liberalisierten Strommarkt, davor besaßen Stromanbieter Monopolstellung in ihrem Gebiet. Heute versorgt Yello rund 900.000 deutsche Haushalte sowie kleine bis mittelgroße Unternehmen.

Ökostrom = grüner Strom?

2011 bot Yello den ersten Ökostromtarif an, erzählt Beer, 2020 habe man komplett auf Ökostrom umgestellt. Das Unternehmen wolle „jedoch nicht nur ein nachhaltiger Stromanbieter, sondern auch ein nachhaltiger Arbeitgeber sein“. So habe sich Schritt für Schritt auch innerhalb des Unternehmens das ökologische Bewusstsein verändert. Heute gebe es etwa Jobräder und E-Ladestationen für Mitarbeitende, einen klimaneutralen Standort und digitale Lösungen.

Doch auch bei einem 100-Prozent-Ökostrom-Tarif kommt aus der heimischen Küchensteckdose kein reiner Ökostrom. Wer verstehen will, wie Ökostrom-Tarife funktionieren, muss sich das deutsche Stromnetz anschauen: Der in Deutschland produzierte Strom aus Stein- und Braunkohle, Erdgas, Kernkraft und nachhaltig erzeugter Energie wird in einen großen „Stromsee“ eingespeist, aus dem der Verbraucher versorgt wird. Wer neben einem Kohlekraftwerk wohnt, erhält wahrscheinlich viel Kohle-Energie.

Viele Unternehmen, so auch Yello, kaufen daher zusätzlich zum deutschen Strommix sogenannte Herkunftszertifikate: Für die Menge des vom Kunden verbrauchten Stroms erwerben sie einmalig zu vergebene Zertifikate für die gleiche Menge grünen Stroms. Dieser gelangt tatsächlich im In- oder Ausland in den Stromkreis. So kommt der Ökostrom zwar nicht immer physikalisch beim Kunden an, doch „je mehr Kunden sich für Ökostrom entscheiden, desto höher wird der Anteil von Ökostrom im Strommix insgesamt“, erklärt Beer.

Die Macht der Kunden

So ist es jedenfalls in der Theorie. Bei den Tarifen lohnt es sich allerdings, genauer hinzusehen. Viele der eingekauften Herkunftszertifikate stammen bei Yello und anderen Anbietern von alten Wasserkraftwerken in Norwegen. Da Norwegen komplett mit Ökostrom versorgt wird, gibt es dort ein Überangebot an günstigen Zertifikaten. So entstehe kaum wirtschaftlicher Anreiz zum weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, erklärt Sven Kirrmann, Referent bei Naturstrom. Der Öko-Energieversorger mit Hauptsitz in Düsseldorf erwirbt seine Energie gemeinsam mit den Herkunftszertifikaten daher direkt von deutschen, dezentralen Öko-Kraftwerken und fördert den Ausbau hierzulande zusätzlich finanziell.

Wer genau hinsieht, entdeckt auch bei Yello eine Alternative: beim Stromtarif „Klima Care“ gibt´s Herkunftszertifikate von deutschen Wasserkraftanlagen, auch eine Förderung von Windparks im Ausland ist daran gekoppelt. Den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen solche Tarife eher. Tanja Beer erklärt, Yello wolle „mit einem breiten Angebot dem Kunden die Wahl lassen, wie grün sein Strom- oder Gastarif sein soll“. Will dieser was für´s Klima tun, sollte der sich also schlau machen.


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buendnis-buergerenergie.de | Im Bündnis Bürgerenergie versammeln sich regionale Akteure für eine grüne Energieversorgung.
robinwood.de | Die Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft Robin Wood kämpft für ökologische und soziale Gerechtigkeit.
germanwatch.org/de/investitionen-energiewende | Forschungsprojekt von Germanwatch zu Chancen und Problemen der Energiewende.

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Mareike Thuilot

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