engels: Frau Richter, was macht der Bundesfreiwillige in der Natur?
Gitta Richter: In der Natur gibt es sehr viele verschiedene Aufgaben. Unsere Bundesfreiwilligen engagieren sich im aktiven Naturschutz, in der Landschafts- und Biotoppflege, sie nehmen an Kartierungsarbeiten teil, leiten Exkursionen, sind in der Tierpflege tätig, und es gibt natürlich auch ganz normale Bürotätigkeiten. Es gibt so viele Möglichkeiten …
Aber es arbeiten viel weniger Bundesfreiwillige in der Natur als am Menschen?
Die Kontingentierung wurde vom Bundesamt für Familien und zivilgesellschaftliche Angelegenheiten so vorgenommen, dass die sozialen Dienste die meisten Kontingente erhielten und der Ökologische Bundesfreiwilligendienst nur wenige Plätze zugeteilt bekommen hat.
Sie hätten mehr Bedarf?
Natürlich, es gibt viele Einsatzstellen des NABU, die gern einen Freiwilligen beschäftigen würden, und auch mehr Bewerber als Stellen.
Was sind das für Menschen, die zu Ihnen kommen?
Es sind wertvolle Menschen. Viele unter 27 Jahren kommen zu uns, die im Freiwilligen Ökologischen Jahr keine Stelle mehr bekommen, weil sie sich vielleicht zu spät beworben haben. Es bewerben sich Studienabgänger, Schulabgänger, die noch nicht wissen, was sie im Berufsleben machen wollen oder die noch keinen Studienplatz haben. Die größte Gruppe unserer Bundesfreiwilligen ist unter 27 Jahre. Bei den Interessenten, die über 27 Jahre alt sind, ist hier in NRW die Gruppe der 40- bis 60-Jährigen die größte. Diese Menschen sind meist in einer Neufindungsphase. Es kommen Menschen, die zuvor Manager waren, aber auch Handwerker oder Menschen, die versuchen, durch den BFD wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können. Natürlich beschäftigen wir auch Rentner. Unser ältester BFDler ist 84 Jahre alt. Der pflegt den Rheinischen Obstsortengarten Wildenrath bei Wegberg im Kreis Heinsberg.
Bei Ihnen sollte man aber schon von der Natur begeistert sein?
Ja, natürlich, die meisten unserer BFDler haben einen Bezug zum Naturschutz, es kommen Menschen, die der Natur wieder etwas zurückgeben wollen. Es gibt auch Bewerber, die von Natur und Naturschutz wenig Ahnung hatten. Aber das ist eher die Ausnahme. Die konnten wir dann begeistern, wenn sie durch ihre Tätigkeit und die spannenden Seminare, die sie besuchen müssen, gesehen haben, wie vielseitig und spannend der Naturschutz ist.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich wünsche mir natürlich eine Aufstockung des Kontingents. Wichtig ist aber auch die Qualifizierung der Bundesfreiwilligen. Es wäre schön, wenn die Zuschüsse für die Seminarprogramme erhöht würden, damit wir uns weiterhin qualitativ hochwertig für den Naturschutz engagieren können.
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