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Seit 16 Jahren solistisch im Einsatz: Jochen Malmsheimer
Foto: Presse

Neugierig bleiben

25. Februar 2016

Des Frühlings grünes Band birgt kulturelle Überraschungen – Prolog 03/16

In Zeiten, in denen die städtischen Kassen notorisch klamm sind, müssen andere Töpfe gefunden werden, Kulturelles zu finanzieren. Nachwuchskünstler und Kreative, die, dem biologischen Alter nach „jung“, also unter 40 Jahre sind, können sich bis zum 22. April um Unterstützung aus dem Bergischen Kulturfondsbewerben. Jenseits des Jahrgangs ist der Wirkungskreis relevant, hier kommen Radien rund um Wuppertal und Remscheid in Frage. Außerdem sollte das jeweilige Projekt – das Spektrum ist weit und bedient Sparten von Musik über Ausstellungsprojekte bis hin zu Tanz, Theater und Film – bis spätestens Juli 2017 umgesetzt werden. Mehr Infos gibt es im Kulturbüro der Stadt.

Bevor uns der Nachwuchs überrascht, bittet eine der ganz großen, populären Namen zum Konzert: Suzanne Vega. Ja, das ist die Frau, die mit „Luka“ und „Tom‘s Diner“ publikumswirksam die Charts anführte. Die Sängerin und Liederschreiberin auf diese Erfolge zu reduzieren, wird ihren vielen ruhigen, introspektiv und lyrisch zur Gitarre verfassten, unprätentiös arrangierten Liedern nicht gerecht. Wie in kristallisierter Zeit erinnert die Amerikanerin in ihrem gesungenen Werk an Anekdoten und Begebenheiten, „die gleichzeitig einzigartig und unvergänglich zu sein scheinen“, wie der Veranstalter hymnisch lobt.

Unaufgeregt und ohne ablenkendes Tamtam nimmt auch Jochen Malmsheimer seinen Bühnenjob wahr. Was er präsentiert, ist große Kleinkunst, pointensicher und klug dargebracht. Allerdings darf man Ohr und Hirn beim Zuhören seiner markanten Stimme beziehungsweise Mitdenken des von ihm Skizzierten keine Pause gönnen, denn der gebürtige Ruhrpottler pflegt in wortakrobatischem Tempo vorzutragen, sodass beim gelegentlichen Weghören schnell mal der sprichwörtliche Faden verloren geht. Oft sind es maliziöse Kleinigkeiten wie beispielsweise eine bestimmte Schuhmarke, die ein Synonym für den Teufel ist, mit der man folgerichtig kein Gotteshaus betreten sollte. Mal sind es profane Alltäglichkeiten wie der fleischfarbene Rentnerrock oder die gute alte Klappstulle, über die er sinniert.„Flieg Fisch, lies und gesunde! oder: Glück, wo ist Dein Stachel?!“ ist der Titel des aktuellen Sammelsuriums, mit dem Malmsheimer, gefeiert als begnadeter Wortartist, nun im Haus der Jugend Barmen zu Gast sein wird. Alter, Veränderung und Vergänglichkeit sind Schwerpunkte, die er in spielerischer Manier kabarettistisch verbindet und dabei auch Brücken zwischen der ägyptischen und niedersächsischen Kulturgeschichte als Exkurs in wissenschaftliche Gefilde zu schlagen weiß. Bei der Premiere endete der Abend mit einem Gedicht – überdie Liebe sowie das Glück. Und über ein Fischlein.

Und nicht vergessen: Urban Priol gastiert auf dem Johannisberg. Erfahrungsgemäß haben seine kabarettistischen Einlassungen nur oberflächig mit Unterhaltung im Sinne von sich zurücklehnen und sich den Bauch sprichwörtlich vor Lachen halten zu tun. Meist sind es Hohn, Spott und vor allem Empörung über das Versagen der Politiker, die er kund tut. Oder um mit William Shakespeares König Lear zu sprechen: „Das ist die Seuche dieser Zeit: Verrückte führen Blinde.“

Suzanne Vega | Mo 11.7. 20 Uhr | Stadthalle | 0202 45 45 55

Jochen Malmsheimer | Di 24.5. 20 Uhr | Haus der Jugend Barmen | hdj.liveclubbarmen.de

Urban Priol: „Jetzt“ | Fr 11.3. 20 Uhr | Stadthalle | 0202 45 45 55

Valeska von Dolega

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