Holzpellets, Holzhackschnitzel oder Holzstücke – es gibt viele Möglichkeiten, den nachwachsen Rohstoff Holz als klima- und kostengünstige Energiequelle zu nutzen. Seit rund drei Jahren gibt es an der Erich-Fried-Gesamtschule Ronsdorf eine Heizung, die Holzhackschnitzel verwertet: „Der Brennstoff ist weit kostengünstiger als Pellets, allerdings bedarf eine solche Heizung auch einiger besonderer Voraussetzungen“, erläutert Christian Gleim, Leiter der Abteilung Energie- und Umweltmanagement beim Gebäudemanagement Wuppertal (GMW). Weil Schnitzelholz, im Durchschnitt so groß wie eine Streichholz- oder Zigarettenschachtel, weniger homogen ist als die aus Spänen gepressten Pellets, braucht es zum Beispiel einen größeren Lagerraum: „In der Gesamtschule mussten wir schon ein sehr großes Loch graben als Lagerraum für etwa einhundert Kubikmeter des Brennstoffs“, erzählt Gleim. Damit möglichst wenig Feuchtigkeit im Brennmaterial verbleibt, braucht das Lager eine gute Belüftung, muss zudem leicht erreichbar sein für die Anlieferung des voluminösen Energieträgers: „Alle ein bis zwei Wochen wird das Lager nachgefüllt“, weiß der Umweltfachmann.
In den Ofen kommt dabei vor allem Restholz, das für andere Verwertungen nicht geeignet ist, aus Baumkronen oder Ästen, maschinell oder per Hand gesammelt: Als die „Gesellschaft für Entsorgung, Sanierung und Ausbildung“ (GESA) vor fünf Jahren einen Holzenergiehof gründete, suchte sie dauerhafte Abnehmer für die Holzschnitzel, die im Rahmen der Ausbildung von Langzeitarbeitslosen im Bereich der Forstwirtschaft produziert werden. Umgekehrt suchte das GMW einen zuverlässigen Lieferanten von Holzschnitzel zu günstigen Preisen: „Insgesamt ließen sich beide Interessen gut zusammenführen“, bilanziert Gleim. Vor allem Holz aus der direkten Umgebung wird so genutzt, lange Transportwege entfallen.
Rund zwanzig Jahre soll die Heizung mindestens ihren Dienst tun
Etwa zehn Jahre, so schätzt Gleim, dauert es, bis sich die Kosten für die Holzhackschnitzelheizung amortisiert haben, rund zwanzig Jahre soll die Heizung mindestens ihren Dienst tun, und zwar ohne jedweden zusätzlichen Aufwand für Schulhausmeister Theo Tsiolpantidis: „Wartung und Reinigung wird von einer externen Firma erledigt“, erzählt der Hausmeister. Automatisiert ist die Zuschaltung einer Ölheizung, die immer dann gefragt ist, wenn in der Übergangszeit nur sehr wenig Wärme gebraucht wird oder an kalten Tagen sehr viel: „Die Holzschnitzelheizung hat keine große Schwankungsbreite“, sagt Christian Gleim. Automatisch wird auch das Brennholz in den Kessel befördert, was technisch gar nicht so einfach ist, weil sich schnell mal ein Holzstück verkanten kann. Und was ist mit Rauch und Asche? „Der Rauch wird gereinigt und ist fast staubfrei, und die geringe Aschemenge wird abgeholt und forstwirtschaftlich als Dünger genutzt.“
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