engels: Herr Goecke, ist Rechtsextremismus in Wuppertal ein Thema?
Sebastian Goecke: Leider ja. Seit der letzten Kommunalwahl haben wir jeweils einen Vertreter der NPD und der Republikaner im Stadtrat. In letzter Zeit ist in Vohwinkel eine Szene Autonomer Nationalisten entstanden.
Ist Vohwinkel mehr betroffen als andere Stadtteile?
Zunächst einmal liegt die Präsenz dieser Gruppe in Vohwinkel daran, dass viele dieser Leute dort wohnen. Angeworben werden neue Aktivisten häufig über das Internet.
Aber was hat Vohwinkel, was andere Stadtteile nicht haben? Es gibt doch Quartiere, die viel mehr soziale Probleme haben und auch solche mit einem höheren Ausländeranteil.
Im Gegenteil sind eher diejenigen für Rechtsextremismus anfällig, die weniger Kontakt mit Ausländern oder sozial deklassierten Menschen haben.
Je weniger Ausländer, umso mehr Ausländerfeindlichkeit?
Dieses Phänomen kennen wir aus den östlichen Bundesländern. Dort gibt es Ausländeranteile von etwa zwei Prozent. Trotzdem werden die Ausländer von vielen dort als große Bedrohung wahrgenommen. Wer wenig Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern hat, hat es leichter, rechtsradikale Weltbilder aufrecht zu erhalten.
Die NPD polemisiert aktuell gegen die Moschee am Hammerstein. Was ist davon zu halten?
Rechte Gruppen suchen sich die Themen aus, bei denen sie glauben, dass sie damit des „Volkes“ Seele bewegen können.
Es geht keine Gefahr von Islamisten aus?
Wenn Sie in Wuppertal eine Umfrage unter Menschen islamischen Glaubens machen würden, käme dabei heraus, dass 99,9 Prozent der Befragten Terrorismus entschieden ablehnen.
Was ist gegen die Radikalisierung der Gesellschaft allgemein zu tun?
Im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung funktioniert in Wuppertal das Miteinander verschiedener Kulturen ausgezeichnet. Die Moscheen beteiligen sich an Stadtteilkonferenzen. Es gibt runde Tische mit muslimischen und christlichen Vertretern. In Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil ist die Kommunikation zwischen Menschen verschiedener Herkunft Alltag.

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