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Foto: Christopher Ludwig

Widerstand gestern und heute

29. November 2018

Gedenken und Erforschung sozialer Bewegungen im Bergischen – Thema 12/18 Wort oder Waffe

Für seine Überzeugungen eintreten, selbst, wenn es Repressalien bedeuten kann? Auch in Wuppertal haben Menschen unter der NS-Diktatur dafür sogar ihr Leben gelassen.

An sie zu erinnern, dafür sorgt Stephan Stracke vom Verein zur Erforschung sozialer Bewegungen im Wuppertal e.V. zusammen mit sieben weiteren Historikern. Sie organisieren Buchvorstellungen, Diskussionen und Gedenkfeiern für politisch und religiös Verfolgte und Widerstandskämpfer aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Die Auswirkungen auf deren Kinder spüre man noch heute. „Das Schlimme war, dass besonders die kleinen Kinder das Geschehene nicht verarbeiten konnten. Das politische Engagement der Eltern war immer mit einem totalen Schrecken verbunden, sodass viele der Kinder mit Politik später überhaupt nichts zu tun haben wollten“, so Stracke. Um überhaupt mit ihnen sprechen zu können, brauchte es großes Vertrauen. Im besten Falle haben sie als Kinder erlebt, wie die Gestapo oder die SA brutale Verhaftungen vornahm. Doch viele der Eltern kehrten auch nie zurück. Einige dieser inzwischen erwachsenen Kinder konnten sich mit dem Thema in Ansätzen versöhnen, in der Arbeit mit dem Verein.

Auf eine beinahe 20-jährige Geschichte blickt der Verein nun zurück. Viele Widerstandskämpfer konnten die Forscher während des Projekts selbst erleben und interviewen. Das geht heute fast nicht mehr, da die Zeitzeugen nach und nach versterben. „Ich denke, wir haben noch Schätze im Keller, die wir mit neuen digitalen Möglichkeiten in unsere Arbeit einbauen werden“, sagt Stracke. Zusätzlich zu dem Audio- und Videomaterial plant der Verein, gezielt mit den Folgegenerationen der Verfolgten und Inhaftierten zu arbeiten.

Stephan Stracke sieht Bildungsarbeit als zukünftige Herausforderung des Vereins, gerade vor dem Hintergrund des Erstarkens rechter Parteien. „Wir müssen uns jetzt etwas einfallen lassen. Wir haben die Entwicklung, die in anderen europäischen Nachbarländern schon länger passiert, mit Arbeit wie der unseren vielleicht ein bisschen gebremst“, so Stracke. Damit das auch weiterhin so bleibt, möchten sie unbequem bleiben, um die Schicksale derer präsent halten, die unter größtem Risiko für ihre Überzeugungen eingetreten sind.


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Nina Hensch

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