engels: Herr Feith, funktioniert die Zusammenarbeit mit Remscheid und Wuppertal?
Norbert Feith: Die Zusammenarbeit im Bergischen Städtedreieck ist sehr fruchtbar. Das mag auch aus der Not geboren sein, weil alle drei Städte erhebliche Schwierigkeiten mit ihren Haushalten haben. Das mag aber auch an den historisch gewachsenen Gemeinsamkeiten liegen. Die Kooperation ist auf jeden Fall besser, als uns die oft aufgeregten Diskussionen bezüglich einzelner Themen glauben machen.
Gibt es zwischen den drei Städten nicht mehr Konfrontation als Kooperation?
Das ist falsch. In den letzten Jahren sind viele Kooperationen entstanden. Verwaltungsaufgaben werden inzwischen gemeinsam und deshalb auch günstiger bewältigt. Manchmal kooperieren zwei Städte, oft alle drei. Gerade die Zusammenarbeit im Bereich der Verwaltung ist sehr weit entwickelt. Dieser Punkt ist in der Öffentlichkeit auch nicht strittig. Niemand ist dagegen, wenn man Verwaltungsressourcen einspart. Dort wird es schwieriger, wo eine kommunale Leistung direkt am Bürger erfolgt.
Manchmal wird die Dominanz Wuppertals beklagt.
Kooperation funktioniert nur auf Augenhöhe. Und es muss klar sein, dass alle Städte davon profitieren, mal mehr, mal weniger. Aber ich sehe nicht, dass im Bergischen Städtedreieck eine Stadt dominiert.
Bei der Gewerbe- und Industrieansiedlung gibt es aber doch schon Konkurrenz zwischen den Städten?
Das ist doch verständlich. Jede Stadt kämpft zunächst einmal um Arbeitsplätze. Das ist unsere Aufgabe. Hier sind wir sowohl Konkurrenten als auch Partner. Wenn wir in Richtung der Landesregierung auf die gemeinsamen topografischen Probleme aufmerksam machen, sind wir Partner. Auch treten wir gemeinsam auf Messen auf.
Der ehemalige Regierungspräsident Jürgen Büssow wollte eine Zusammenlegung der drei Städte. Ist das realistisch?
Das war doch nie ernst gemeint. Die Städte haben ihre eigene Geschichte, die Menschen identifizieren sich mit ihrer Stadt. Das sollte man ihnen nicht nehmen.
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