Wie früh sollten ambitionierte Eltern ihre Brut Fremdsprachen lernen lassen? Kann man sich ernsthaft in jemanden verlieben, der Brottrunk trinkt? Und warum wäre es hübsch, eine österreichische Filmdiva des vergangenen Jahrhunderts zu sein?
Langsam dreht sich ein merkwürdig farbiger Zylinder, lustig geht es zu im Osmanischen Reich. Der Alkohol fließt bei den Derwischen, der Harem räkelt sich, Opernzeit in Wuppertal. Joseph Haydns Werk „L’incontro improvviso” (von 1775) heißt da „Unverhofft in Kairo” und gehört zum Genre der „Türkenopern”, sehr beliebt im 18. Jahrhundert, ein Jahrhundert weiter, nachdem die Europäer die Osmanen vor Wien mit viel Dusel wieder nach Hause schickten.
Die Wuppertaler Bühnen warten im Februar mit drei Premieren in Oper und Kleinem Schauspielhaus auf.
Ein verschachteltes Drama ist der Kapitalismus immer gewesen, und seine soziale Seele verkrüppelte schnell in den Anfängen. Kohle, Money, Dollars, Euro, wie man es auch nennen will, nur damit kann man heute sicher durch Leben segeln. Und da hilft auch kein Theater.
Albert Camus war Mitte zwanzig, als er 1938 die legendenumrankte Lebensgeschichte des bloß fünf Jahre, von 37 bis 41, regierenden römischen Skandal-Kaisers Caligula zum Stoff für sein erstes Drama machte. Dem Vernehmen nach ging es dem Autor darum, dessen leidenschaftlichen Drang nach dem Unmöglichen in seiner absoluten Maßlosigkeit darzustellen.
Die Welt von Heerführer Macbeth ist allzeit geschützt durch einen Körperscanner. Obwohl das Piepen niemanden zu interessieren scheint. Egal wer die zentral auf der Bühne stehende rollende Tür durchschreitet – es piept.
Was sollen das eigentlich für Leute gewesen sein, diese sogenannten Bohemiens, heute als so etwas wie Hipster verklärt? Giacomo Puccini setzte ihnen mit „La Bohème“ ein Denkmal. Auch in der bei der Premiere umjubelten Inszenierung an der Wuppertaler Oper ist der Plot geblieben: Offensichtlich pleite und ziemlich vergnügt hausen in dem zugigen Atelier Rudolfo (Iago Ramos) und seine Kumpels.
Als Philippine Bausch, von aller Welt „Pina“ genannt, im vergangenen Jahr für die meisten vollkommen überraschend und nach Meinung aller zu früh starb, wurde nach einem ersten Moment der Fassungslosigkeit sofort die Frage gestellt, wie es denn um „ihr Ensemble“, dem nach ihr benannten Tanztheater Wuppertal, bestellt sei.
Er misst etwa 40 Quadratmeter, hat eine variable Bühnengröße, bietet etwa 30 Sitzplätze,...
In Zeiten wie diesen ist es kaum vorstellbar, dass jemand ausschließlich von seiner Kunst leben kann. Wenn die Rede nicht von den bekannten Leuten aus der ersten Liga oder Gesichtsvermietern im Nirgendwo der Fernsehlandschaften ist. David J. Becher, gebürtiger und bekennender Wuppertaler, hat sich eher der Off-Szene, Subkultur und dem, was gemeinhin Kleinkunst genannt wird, verschrieben. In dieser Theaterwelt ist der 32Jährige eine feste Größe.

„Wir treiben das Spektakel noch etwas weiter“
Regisseurin Jenke Nordalm über „Was ihr wollt“ an der Oper Wuppertal – Premiere 10/26
„Jeder hat sein eigenes Kunstverständnis“
TiC-Regisseur Ralf Budde über Yasmina Rezas „Kunst“ am Wuppertaler Schauspiel – Premiere 09/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Odyssee dank Pferd
Premiere: „Der Florentiner Hut“ am Opernhaus – Bühne 06/26
„Sehnsucht nach Leben und Verbesserung“
Roland Riebeling inszeniert „Drei Männer im Schnee“ am Theater am Engelsgarten – Premiere 06/26
Die Umschulung des Übels
„Adams Äpfel“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 05/26
Der Tod am Anfang
„Radio and Juliet“ am Theater Dortmund – Bühne 05/26
„Universeller und weniger historisch“
Julia Wissert inszeniert „Die Dreigroschenoper“ in Dortmund – Premiere 05/26
Blutig und beklemmend
Premiere der Oper „The Lodger“ von Phyllis Tate im Opernhaus – Bühne 4/26
So geht Selbstwirksamkeit
Tanz- und Filmprojekt bringt junge Menschen zusammen – Bühne 04/26
Kein Märchen von übermorgen
„1984 – Dystopie 2.0“ am Düsseldorfer Central 1 – Prolog 04/26
„Wir sehen das Zuhause eher als gefühlten Raum“
Hannah Frauenrath inszeniert „Home Sweet Home“ am Theater am Engelsgarten – Premiere 04/26
Die Schwüle der Provinz
„Der Theatermacher“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 03/26
Eine Schwäche für die Liebe
Premiere des Musicals „Das Licht auf der Piazza“ von Adam Guettel im Opernhaus – Bühne 03/26
„Man muss in den eigenen Abgrund blicken“
Marie Schleef über „The Lottery“ am Essener Grillo Theater – Premiere 03/26
„Die KI wird nicht mehr verschwinden“
Karsten Dahlem inszeniert „Der Sandmann“ am Schauspiel Wuppertal – Premiere 02/26
Liebesdreiecke im Tech-Zeitalter
Premiere der Oper „Griselda” von Antonio Vivaldi im Opernhaus – Bühne 01/26
„Die Bühne hat tausend Möglichkeiten“
Dirigent Yorgos Ziavras über Antonio Vivaldis Barockoper „Griselda“ am Opernhaus – Premiere 01/26
Figaro mit Schalk im Nacken
Premiere von „Il Barbiere de Seviglia” im Opernhaus Wuppertal – Bühne 12/25
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25
„Dieser Großkotz hat uns angesprochen“
Regisseurin Charlotte Arndt über „Peer Gynt“ am Theater am Engelsgarten – Premiere 12/25
So verwirrend wie das Leben
„Berlin Alexanderplatz“ am Schauspiel Köln – Prolog 11/25
Verlorene Jahre
„The Drop“ am Jungen Schauspiel in Düsseldorf – Prolog 11/25
„In erster Linie ist es ein lustiges Stück“
Marie Robert inszeniert am Opernhaus einen gekürzten „Barbier von Sevilla“ für Kinder ab sechs Jahren – Premiere 11/25
Das selbsternannte Volk
„Die Nashörner“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 10/25