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Brokeback Mountain

Brokeback Mountain
USA 2005, Laufzeit: 134 Min., FSK 12
Regie: Ang Lee
Darsteller: Heath Ledger, Jake Gyllenhaal, Anne Hathaway, Michelle Williams, Randy Quaid, Scott Michael Campbell, Linda Cardellini, Anna Faris, Kate Mara, Cheyenne Hill, Brooklynn Proulx, Tom Carey, Graham Beckel, Steve Eichler, David Harbour, Mary Liboiron, Roberta Maxwell, Mary McBride, Steven Cree Molison, Hannah Stewart

Meine Meinung zu diesem Film

Großes Kino aktuelles Thema!
mausezahnkinder (12), 23.02.2008

Was willst du von einem Film?

Einige Zeit eintauchen in eine Geschichte, sie mitfühlen, an einem anderen Ort in einer anderen Zeit sein!

Wenn das Thema hier auch vordergründig: Schwulsein in den USA in den 60ern ist, geht es doch hauptsächlich um eine unmögliche Liebe, die ein Leben überdauert.

Zeitweise hat mich der Film an Eastwoods: "Die Brücken am Fluß" erinnert.

Beide Hauptdarsteller spielen sich die Seele aus dem Leibe um ihren Figuren,- erfolgreich,- Leben einzuhauchen.

Und als Zuschauer sitzt du am Ende tief berührt auf deinem Sitz und fragst dich, warum nicht geht, was du am meisten willst.

Jeder von uns hat ein Brokeback Mountain!

So muss Kino sein, mehr davon

aha
miro279 (54), 23.05.2006

also TROTZ der Schwulen eine ungewöhliche Liebesgeschichte..- okay wir sind in Köln.
Aber bitte Princess05, wenn du spoilen möchstes, dann kündige das in irgeneiner Form an, alles andere ist scheisse für alle die den Film noch sehen möchten, egal welchen Geschlechts, oder sexuellen Orientierung..

sehr bewegend
Princess05 (271), 23.05.2006

sehr sehr schöner film. trotz den schwulen, eine ungewöhnliche,aber doch sehr schöne liebesgeschichte.auch hervorragende schauspielerische leistung.
mein einziger großer kritikpunkt: der tod von dem einen kam so unerwartet und unpassend, dass es einfach nicht richtig stimmig war mit der story. das hätte man anders verpacken sollen,bzw den zuschauer irgendwie darauf vorbereiten sollen. weil der überraschungsmoment (so war es wohl gedacht) war mehr ein "hä was ist jetzt los?! hab ich was verpasst"-moment ;-)

SUPER!!!
annalena (1), 01.05.2006

ich hätte heulen können, als er zu ende ging.

John Wayne ist tot
Der Doc (14), 09.04.2006

Um es mal ehrlich raus zu sagen: Es ist zwar originell, zwei schwule Cowboys zu zeigen, weil damit endlich ein paar verlogene Männerbilder beerdigt werden können. John Wayne darf jetzt wirklich sterben. Aber aus der guten Idee alleine wird noch kein genialer Film. Eigentümlicherweise hat dieser Film mich nicht wirklich berührt, obwohl das Thema verdammt heiß ist: Was passiert, wenn man eine Liebe nicht lebt, aus Angst vor Schwierigkeiten, Zwängen, und Konventionen. Der eine Cowboy, der sich am Ende alleine auf den Weg machen will, stirbt eines gewaltsamen Todes. Der andere wird ein verlassener Säufer, der nur noch von schmerzenden Erinnerungen lebt. Vielleicht wäre es ihnen auch nicht besser gegangen, wenn sie sich zueinander bekannt hätten. Aber dann hätten sie wenigstens eine Chance gehabt. Die Chance, ihr Schicksal selbst zu gestalten. Aber so zahlen sie für ihre Mutlosigkeit jeder für sich den schlimmsten Preis. Am Thema kann es also nicht liegen, dass der Film so wenig unter die Haut geht. Eher schon an den grandiosen kühlen Bildern. Natur, soweit das Auge reicht, eindrucksvoll aber letztlich platt, trotz der vielen Bergspitzen. Über weite Strecken des Films hat man den Eindruck, man sei in einem Werbefilm für Marlboro oder Scotch Whiskey. Da tummeln sich einfach zwei Männer, denen in ihrer Einsamkeit nichts weiter einfällt als auf den Boden zu spucken, zu rauchen, zu saufen und sich ein wenig zu ficken, weil sonst gerade nichts besseres zum ficken da ist. Oder ist es ein Film über die Überflüssigkeit der Frauen? Im Film quasseln sie nur, schminken sich endlos oder zählen bestenfalls die Haushaltskasse. Und die Männer sind mit ihnen nur zusammen, weil es einfacher, ungefährlicher und legaler ist, Frauen zu vögeln als Grizzlybären, Schafe oder eben andere Männer. Eigentlich ist es ein Film der Sprach- und Trostlosigkeit: Beziehungen, gleich welcher Art, sind nur Verlegenheitslösungen. Das ist der Kern des Films. Dafür gibt es von mir leider keinen Oskar!

Wunderbare Liebesgeschichte
Mollybell (1), 02.04.2006

Ang Lee hat sich mal wieder selbst übertroffen - ein großartiger, tieftrauriger Film über eine unmögliche Liebe zweier Männer, die an sich selbst und ihrer Umwelt scheitern.
Erstklassige Schauspieler bis in die letzte Nebenrolle, traumhafte Landschaftsaufnahmen von Prieto und die Musik von Santaolalla hat zu Recht einen Oscar gewonnen.

Wer allerdings die Unmöglichkeit der Situation dieser armen, ungebildeten 19jährigen nicht versteht, wird dem Film nichts abgewinnen können. Wir sprechen hier eben nicht von den "Free love" Hippies oder der coolen New Yorker Szene, sondern von der tiefsten amerikanischen Provinz der sechziger Jahre.

Ich empfehle, einmal auf die offizielle BBM Homepage zu gehen. Dort gibt es einen Bereich, der heißt "Share your story" - dort haben viele Männer von Ihren Erfahrungen berichtet, Männer, die sich selbst als Ennis oder Jack sehen und ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Es ist zwar fast unmöglich, aber macht Euch frei von den Lobeshymnen, den Awards etc. und versucht, Euch auf diesen ruhig erzählten Film einzulassen - es lohnt sich!

Cowboys im Wald
Kontura (7), 29.03.2006

Nach einer Stunde Schafe hüten im Wald war ich gelangweilt. Gelangweilt von der Einfältigkeit der beiden Liebenden, die stoisch ihre uninteressanten Doppelleben führen um ihre Homosexualität zu verbergen. Eine trostlose Ausweglosigkeit durchtränkt den Film bis zum letzten Schnitt in den 80er Jahren - und das während an der amerikanischen Ostküste fröhlich freie Liebe in Woodstock gefeiert wird oder Truman Capote nicht nur im Kino nebenan bereits seine Neigung offen lebt. Einen Weg zur Liebe hätte es für die Cowboys also sicherlich gegeben. Sie sind nicht an den Zeichen ihrer Zeit, sondern an sich selbst gescheitert - dargestellt in überdehnter Länge und zähen Dialogen.
Der Oscarwirbel um Brokeback Mountain war much a do about nothing.

Sie küssten und sie schlugen sich ...
gutzi (182), 28.03.2006

... und konnten zueinander nicht kommen. Und das mit anzusehen, tut weh. Mir zumindest. So fand ich Brokeback Mountain auch weder zu langatmig, noch zu langweilig, noch zu zäh, sondern im Gegenteil fesselnd von der ersten bis zur letzten Minute. Lee nimmt sich einfach viel Zeit für seine Geschichte und seine Figuren - und das ist meines Erachtens auch gut so. Und wider Erwarten konnten mich sogar Ledger und Gyllenhaal unbedingt überzeugen.

Aus meiner Sicht gehen daher die ganzen Preise und Auszeichnungen auch völlig in Ordnung.
Wobei "Crash" den Oscar für den besten Film dann doch zu Recht bekommen hat.

Bewegend und unendlich traurig
silvester (1), 27.03.2006

Ich war gestern in diesem Meisterwerk. Bis zum Schluss habe ich durchgehalten, war ergriffen und bedrückt, aber am Ende kullerten mir doch die Tränen.

Im Kino war es still, eine solche Atmosphäre habe ich bei keinem anderen Film erlebt. Die Zuschauer waren sich einig. Darin, eine wirklich große und eine der traurigsten Liebesgeschichten gesehen zu haben.

Hab mehr erwartet.
Ashra (60), 20.03.2006

War sehr schön der Film, mit viel Gefühl und wunderschönen Bildern. Aber Nach all den Preisen und der Werbung hab ich viel mehr Erwartet. War sehr langsam erzählt und eher etwas langweilig. Die Schauspieler hingegen fand ich klasse. Ein sehr schöner Film.

da nimmt sich jemand Zeit
mobile (160), 19.03.2006

Endlich mal wieder ein Film, in dem sich jemand (Lee) Zeit nimmt und nicht in diese hektischen Cuts verfällt, die Hollywood-Filme oft auszeichnen. Zeit, damit sich Charaktere entfalten können. Zeit, um mitdenken und mitfühlen zu können. Zeit, um Landschaft genießen zu können. Daher war ich völlig verwundert, als meine Freundin neben mir sagte: "Ich weiß nicht, was die Geschichte soll." Für mich war das schnell klar: das Leben von zwei Menschen, die es - aufgrund von gesellschaftlichen Zwängen - nicht so leben können, wie sie gerne würden.

Langweilig
Grande (2), 19.03.2006

Sicherlich kein schlechter Film, aber ein viel zu
lang geratener Streifen. Die Story zieht sich wie
Kaugummi und langweilt durch Passagen die sich im
Film dauernt wiederholen.Die Musik wirkt dabei wie
eine Schlaftablette.
Sorry, ich bin offenbar einer der wenigen die diesem Film so gut wie nichts abgewinnen konnten.
Ich empfehle " Brokeback Mountain " für einen unglücklich verliebten Personenkreis, egal ob Männlein oder Weiblein.
An der deutschen Synchronisation fiel mir übel auf, daß ein gewisses Wörtchen (Scheisse) die
doch wenigen Dialoge dominierte. Eine mangelhafte
Synchro macht einen langweiligen Film auch nicht
besser. Für die schönen Landschaftsaufnahmen gibt
es einen Pluspunkt.

nicht großartig, aber sehenswert
Vanita (49), 18.03.2006

Der Anfang ist schwerfällig, finde ich, wie in Slowmotion. Um dann plötzlich auf Schnellvorlauf zu schalten. Wenn der Film sich eingependelt hat, ist er aber wirklich gut und bewegend.

Ein neues Ära mit Brokeback Mountain ausgebrochen
kamran (1), 18.03.2006

Ich bin fast wieder willen ins Kino gegangen, um Brokeback Mountain anzuschauen. Habe befürchtet es könnte wieder so ein Mainstream Film von Pseudoschwulen sein. Es gibt aber absolut keine Getue vom Schwul-Sein, das heutzutage in Großstädten fast wie ein Full-Time-Job geworden ist. Zum ersten Mal sind die Schwulen genau wie alle anderen, Menschen wie du und ich: ein Wunder und es würde Zeit! Aber Brokeback Mountain ist viel mehr als das.

Ang Lee ist meiner Meinung nach einer der größten Filmemacher unserer Zeit. Eine Ausnahmekünstler, der wahrlich die zwei Welten des tiefen Blickes und die herzergreifende Spiritualität einer der ältesten Kulturen der Menschheit und die atemberaubende visuelle Hingabe der anderen Kultur in sich vereint. "Eissturm" und "Eat Drink Man Woman" sind die Vorzeigebeispiele. Brokeback Mountain ist aber nicht nur einfach eine schwule Story. Jede große Geschichte braucht einen Kontext, Rahmen, einen Geburtsort. Sie entwickelt sich nicht in leerem Raum. Dies ist die Geschichte der Zwänge, wenn Ennis von dem Schicksal seiner Familie erzählt; die Geschichte der Einengung, wenn die geplanten Heirat erwähnt wird, weil er mutterseelenallein ist. Die Tragödie der Selbstverstümmelung, die Verleugnung des wichtigsten, was uns zu Menschen macht, wenn Ennis nach der ersten Trennung von Jake zusammenbricht. Eine Liebesgeschichte ohne ein einziges Mal das Wort Liebe auszusprechen. Eine Geschichte der Ursprünglichkeit wie der eigentliche Hauptdarsteller des Films, die mystische Landschaft, die Ennis und Jake mütterlich wie die eigenen Kinder aufnimmt, behüttet und der einzige Zufluchtsort der Freiheit bis zum bitteren Ende bleibt. Lee zeigt den Kreis des Lebens: Ausbruch in Brockeback, Umbruch beim Wiedersehen der Liebenden nach vier Jahren und Einbruch wenn Ennis nach 20 Jahren sagt: "Ich bin nirgendswo angekommen ..." und in Jakes' Armen kraftlos zugrunde geht.

Lee beherrscht handwerklich seine Arbeit meisterhaft. Von der ersten Aufnahme: die märchenhafte Ebenenlandschaft, bis zur letzten Stellung: Ennis' Altar mit Jakes und seinem Hemd über einander, neben dem kleinen Fenster zum weiten Feld, ist jede Stellung malerisch perfekt ausgewählt. Eine ausgereifte und zugleich zurückhaltende, ja fast schüchterne Perfektion, die der Zugang zu dieser Welt ebnet. Er hat in dem Visuellen, die Landschaftsaufnahmen der großen amerikanischen Fotografen (besonders Adams) fortgesetzt. In Entwicklung hat er zurecht den Rücken konsequent zur Sentimentalität (nur für Tragödientouristen) gekehrt. Mit einer brennenden Ehrlichkeit und außergewöhnlichen Direktheit erzählt er von der Unschuld und dem Menschlichsten in uns, dass wieder meine jungen Jahre wachgerufen werden. Kaum Kamerabewegungen schaffen eine äußerst vertraute Atmosphäre. Fantastische Schauspieler, die nicht durch Verkrampfung der Gesichtsmuskeln eine tiefe Botschaft vermitteln wollen (wahrscheinlich eher an Oskar-Jury), sondern einfach die Freude, den Schmerz und die Einsamkeit der Charaktere ausleben und nicht nachempfinden. Diese Geschichte ist unsere aller Geschichte. Dort, wo wir versagt und wo wir den Mut aufgebracht haben, auszubrechen. Ob es einem gefällt oder nicht, es ist Jahre her, dass ich so viele Frauen und Männer im Kino weinend gesehen habe. Es ist Jahre her, dass etwas so einfaches und zugleich eindringliches meine Seele berührt hat. Brokeback Mountain hat ein neues Ära eingeläutet. Minimalismus in Ästhetik und der Wiederkehr der großen Tradition der menschlichen Suche nach seiner selbst.

Vorsicht kein Popcorn- oder Gefühlsduselei-Kino! Keine Manipulation der Sinne durch merkwürdige Kameraschwenken oder Special-Effekts. Es gibt leider keine Ausweichmöglichkeit, man muss einfach den Film gesehen haben. Ein Fest für die Menschlichkeit! Widerstand ist zwecklos!

Liebesgeschichte
Liepschen (2), 17.03.2006

Ich sah den Film im Original, danach mußte ich allerdings wegen dieser nuschelnden zur Rolle passenden Artikulation das Drehbuch nachlesen...lag in Oxford in jedem Buchladen aus. War ich begeistert? Es war eine Liebesgeschichte ohne Happy End.Ich meine,daß Gyllenhaal eher als noch unbewußt schwul angelegt war, der dann durch Ledger, in den er sich verliebt und ihn in sich verliebt macht...wie auch immer, herzzerreißend ist die Story schon. Und auf jeden Fall wird die Popularität dieses Films einiges an Diskussionen lostreten/hat schon längst losgetreten.
Tolle Schauspieler...gut nachvollziehbar.

BBM geht nur in OV
Eric1510 (1), 16.03.2006

Allen die diesen großartigen Film noch nicht gesehen haben rate ich in die OV zu gehen.
Oscarreife (und doch nicht prämierte) Leistung von Gyllenhaal & Ledger!
Empfehlenswert.

?Ich schwöre es?
mr. kurtzman (168), 16.03.2006

Diesmal postiert sich Ang Lee am Anfang der 60er in den Südstaaten Amerikas. Er nimmt sich viel Zeit für die Personen, ähnlich wie in seinem für mich noch etwas besseren Film ?Der Eissturm?. Und es hat sich wieder richtig gelohnt. Wieder hält er uns vor Augen, was vorherige Generationen für Kämpfe auszutragen hatten, dass für uns heute in den Großstädten so selbstverständlich wie langweilig ist. Nicht minder interessant war die Geschichte von Del Mar und seiner gedankenverwandten Tochter, die am Schluß ruhig weiter erzählt werden konnte. Lediglich die Rolle von Jake Gyllenhaal erschien mir nicht optimal besetzt zu sein. Ein Film, der lange im Kopf bleiben wird.

Leidensgenossen
roma (1), 15.03.2006

Ich freue mich über die Leidensgenossen, die dieser Film auch nicht loslässt.
Es ist mir heute beim zweiten Ansehen der Gedanke gekommen, daß ein Happy-End, so wie es sich die beiden erträumen, wahrscheinlich in der Katastrophe geendet hätte. Das macht mich wütend und traurig zugleich.

Wunderbar eindringlich ist die 'Abschiedsszene' am See mit dem plötzlich weinenden Ennis.
Das Bild, ich meine das Kamerabild, des zusammengebrochenen Ennis nach dem ersten Abschied ist allerhöchste Kinokunst und hat sich schon ganz ganz tief ins Herz eingegraben.
Ich habe leider nicht das letzte Wort von Ennis am Ende des Films verstanden. Kann mir da jemand helfen?

Kommt langsam, aber gewaltig!
jeanette (1), 15.03.2006

Auch ich bin ohne große Erwartungen an einen "Hollywood-Streifen", der ein homosexuelles Thema hat, reingegangen. Was kann da schon rauskommen? Ich konnte mir nur Schnulziges, vielleicht schon Abgegriffenes darunter vorstellen. Selbst unmittelbar nach dem Film dachte ich noch: "Wofür hat der denn die Oscars gekriegt? Zu wenig bombastische Landschaft für mein Gefühl, nichts Reisserisches ausser der einen Sex-Szene, und Country-Musik! Und die Jungs, ganz nett. Zum Teil schlecht geschminkt (bei den Altersszenen, speziell Heath)"

Aber dann, in der darauffolgenden Nacht, überkam mich ein dermaßener Ansturm von Gefühlen, dass ich plötzlich die ganze Tiefe und die verschiedenen Dimensionen der Geschichte zu begreifen begann.
Am meisten musste ich heulen über die Ungerechtigkeit und Intoleranz einer konservativen Gesellschaft, die über Leichen geht, um ihre Konventionen durchzusetzen. (Grüße an G.W.Bush!)
Der andere Grund zu tiefem Weltschmerz ist das Dilemma der Protagonisten, die in ihrer engen Welt von Konventionen gefangen sind und sich nicht emanzipieren können, während sich zur gleichen Zeit in den Großstädten die sexuelle Befreiung Bahn bricht. Das Ganze vor dem Hintergrund einer Unfähigkeit zu kommunizieren, seine Gefühle adäquat auszudrücken. (Ein typisches Männerproblem, heute noch?). Hinzu kommt noch der echte Hintergrund, die Natur, die doch Freiheit bedeutet, wo doch eigentlich alles möglich sein müsste...

Dem Regisseur ist es gelungen, mit eigentlich sehr sparsamen Mitteln (gar nicht so reisserisch oder bombastisch), mit langsam wirkenden, aber dafür um so gewaltigeren Elementen die Tragik herauszuarbeiten. Ganz wichtig auch die Funktion der Musik: Neben den Countrysongs bleibt die sagenhafte Steelguitar als Ohrwurm. Noch nie habe ich solche Nachwirkungen nach einem Kinobesuch gespürt. Phänomenal! Dieser Film hat mir auf eindringliche Weise gezeigt, was LIEBE bedeutet.

Tolle Landschaft, zähe Story
otello7788 (554), 15.03.2006

Wie fast immer nach überschwenglichem Lob und Preisvergabe, ist der Film um den es dabei geht, eher eine Enttäuschung. Ich weiß nicht, wie meine Kritik ausgefallen wäre, hätte ich "Brokeback" letztes Jahr gesehen. Der Erwartungsdruck war schon sehr hoch.

Der Film krankt am mangelnden Spannungsbogen. Daß die Geschichte nicht gut ausgehen kann, stellt man als Zuschauer von Anfang an nicht in Frage. Ein Happyend ist vollkommen unvorstellbar und wirklichkeitsfern. Ganz im Gegensatz zu anderen, ähnlichen Melodramen, wie z.B. "Die Brücken am Fluss", wo Francesca (Meryl Streep) durchaus mit Robert (Clint Eastwood) ein neues Leben hätte beginnen können.

So ist der Film vorhersagbar. Man merkt, daß es sich ursprünglich um eine Kurzgeschichte gehandelt hat, die auf Spielfilmlänge gedehnt wurde. Und so leider nicht funktioniert, zumindest nicht bei mir. Das trotz toller Darsteller, Soundtrack und traumhafter Bilder.

Es ist natürlich kein schlechter Film, auch wenn ich es albern finde, daß bei jeder zweiten Kritik das Wort "mutig" zu lesen ist. Wir reden hier über einen eigentlich "kleinen" Film, ohne große Stars und ohne Effekte. Also eher von einer low budget Produktion. Wem wäre denn das Scheitern dieses Films aufgefallen? (Außerdem hätte der Film sein Geld doch alleine in Köln schon wieder eingespielt :-))

Die Naturgewalt der Liebe
wispel (1), 14.03.2006

Noch immer habe ich die intensive Wirkung dieses Films nicht verarbeitet. Mit großen Erwartungen ging ich gestern ins Kino, reizüberflutet von den unzähligen Rezensionen, Meinungen, Plakaten und Filmpreis-Diskussionen... Und dennoch wurde ich überrascht und gepackt: Wie kann man auch die passenden Worte finden, um solch einen beklemmenden, gewaltigen Liebesfilm zu beschreiben, der selbst mit so wenig Worten auskommt?

"Brokeback Mountain" ist ein derart ergreifender Film, dass man sich wirklich nur schwer wieder im Alltagsleben zurecht findet. Wie es bereits jemand in diesem Forum sagte: Man ist hoffnungslos überwältigt von diesen Bildern und dem Leid des auf sich selbst zurückgeworfenen Cowboys, der so klein und einsam wirkt inmitten der riesenhaften Berge. Und dabei ist die ermüdende Diskussion über die mahnende Gesellschaftskritik dieses "schwulen Westerns" einfach übertrieben: Zerbrechen die beiden Liebenden doch tatsächlich nicht an den Reaktionen der Außenwelt, als vielmehr an ihrer eigenen Verinnerlichung der gängigen Konventionen, so dass sie ihr Leben wahrhaft verschwenden und keinen ernsthaften Versuch unternehmen, für eine erfüllte Beziehung zu kämpfen.
Das ist es auch, was ich nicht erwartet hatte: Diese ständige Beherrschung der beiden, nicht nur angesichts der möglichen Verachtung durch die Mitmenschen, sondern voreinander und vor sich selbst. Anders als in gängigen Liebesfilmen sehen wir hier kaum emotionale Ausbrüche, keine Liebesgeständnisse, sondern bedrückende, wortkarge Selbstkontrolle bis zur seelischen Verkümmerung.

Ob nun jeder von dem Film derart berührt wird wie ich, bezweifle ich, denn die Geschmäcker sind nun mal verschieden und zu viele halten sich an den lahmen "Marlboro"-Vergleichen und Klischee-Überprüfungen auf. Doch obwohl ich als Filmanalytikerin und Rezensentin stets versucht bin, eine Distanz zwischen Filmbilder und ihre Wirkung auf mich zu bringen: Bei diesem Film ist es mir beim besten Willen nicht gelungen. Ich weiß nicht, ob mich jemals ein Film derart begeistert und bedrückt hat.

Retrofilme
sowiso (21), 12.03.2006

Die beiden Filme sollten uns ein bisschen unterhalten, doch was war da zu sehen: in
'Brokeback Mountain' und 'Capote' tummelten sich überwiegend gängige bekannte amerikanische Klischees mit jeder Menge Retro-Elementen, wie sie nun jetzt mal in Mode gekommen sind. Sind es nicht zum Teil die selben Oldtimer, die da vorkommen? Doch die Fossile sehen gut aus. Bilden die atemberaubenden Landschaften noch zeitlose beeindruckende Hintergründe, so wirken dagegen die leicht angestaubten Themen Homosexualität und perverser künstlerischer Narzissmus des Capote in beiden Filmen im Ganzen doch als langatmige und langweilende Beschäftigung ( trotz einiger schöner Bilder) von Auge und Ohr. So mussten wir uns übereinander herfallende Männer (sehr verdeckt) und eine Stangulierungsszene (im Detail) zu unserem Unvergnügen anschauen. Gut, dass es nicht wie bei der Hinrichtung des Schinderhannes im Kino zugeht (man weiß, dass die Aggression damals auf das zuschauende Volk übergriff - lieber keine Details)
Der Anfang des Capote-Films ist schwach, er steigert sich dann enorm umd die Schauspieler leisten Beachtliches. Schließlich klar der bessere Film mit jedoch ekelhafter Schlussszene. Hingegen ist der Anfang von 'Brokeback Mountain' recht gelungen, seine Story aber von gestern. Einen Zusammenhang stellt auch der slovenische Analytiker Zizek in der FR (v. 11.03) her: Capote könne als positives Gegenbeispiel zu Brokeback Mountain in Anschlag gebracht werden, denn 'während BM uns die tragische Geschichte einer homosexuellen Beziehung in einer feindseligen, eben homophoben Gesellschaft' erzähle, handele Capote von einem Helden, 'dessen sexuelle Präferenzen nicht den ganzen Charakter' dominierten. Ein Punktsieg.

Schade
GEWE (14), 12.03.2006

Aus dieser Geschichte HÄTTE ein großartiger Kinofilm entstehen müssen...Leider ist die Inszenierung durch den in diesem Fall zu unrecht viel gelobten Ang Lee völlig daneben. Zu keinem Zeitpunkt gelingt es dem Film den Zuschauer wirklich zu berühren, oder auch die innere Zerissenheit der Protagonisten mitzufühlen. Die Story bietet alle Möglichkeiten dazu, so dass man schon blanken Hohn empfinden kann, dass Ang Lee für diese "Leistung" auch noch den Regie-Oscar bekommen hat. Noch einmal zur Klarstellung: Die Idee und Geschichte sind toll, aber es fehlt diesem Film einfach die "Nähe". Almodovar/Medem hätten soviel mehr aus dieser (Steil-)Vorlage herausgeholt, und damit dem Film tatsächlich zu dem verholfen, was die meisten (Presse-)Kritiken (wohl eher IDEEinduziert!) allzu überschwänglich bejubeln: Einen großartigen Film!

Eine geschicht zum Nachdenken
Möhnchen (6), 11.03.2006

Also ich habe mich einfach auf diesen Film eingelassen obwohl ich ihn erst nicht schauen wollte weil mir einfach zuviel Wind darum gemacht wurde.
Und ich muss sagen ich war sehr angenehm überrascht.

Die Aufnahmen waren super, die Musik sehr fein abgestimmt und Heath Ledger und Jake Gyllenhaal haben hier wirklich eine tolle leistung hingelegt.
Das alles doch sehr an den Malboro Mann erinnert stimmt wohl hat mich aber nicht weiter gestört und für mich war diese Liebe wahr und stark.

Come to where hugs and kisses are...
Fotolovestory (10), 10.03.2006

Exemplarisch an zwei Cowboys erzählt Brokeback Mountain von der Natur des Menschen ... Hoffnungen zu haben, Liebe zu geben und nehmen und der Möglichkeit verletzt zu werden und Schmerz zu empfinden und der Unmöglichkeit des Möglichen. Es gibt den allerschönsten Einblick in die Tragik unseres Lebens, wenn wir uns gegen unser Gefühl entscheiden, weil es die Gesellschaft verlangt oder der eigene Schatten zu lange ist, oder man nicht springen will.

Die einzige Ironie des Meisterwerkes (auch durch seine Zurückhaltung) nimmt man als lustiges Schicksal: Jede zweite Szene entspringt der Bilderwelt von Marlboro. Das macht den Film aber auf bezaubernde Weise noch stärker! War es doch nicht zuletzt diese Zigarettenmarke, die nach Jahrzehnten Lagerfeuerklischee, das erste Mal für kurze Zeit eine Frau über die Kinoleinwand reiten lies. Sind Frauen die besseren Männer? Oder Menschen auch nur Tiere mit Instinkten? Mit diesem Film kann es jeder ganz nebenbei herausfinden!

Film des Jahres!
sommernacht (22), 10.03.2006

ein Film, der zwei Stunden fast unbemerkt mitnimmt, sich einschleicht, leise und voller Bildgewalt.
Was Ang Lee mit dieser Verfilmung gelungen ist... keine Worte der Welt reichen dafür aus, was er schafft, einen klischeefreien Film über eine verzweifelte Liebe.
Einzigartig und ein neuer Stein der Filmgeschichte. So sehenswert, dass er sich festbeisst in Herz und Kopf mit der Hoffnung, er möge verändern.
Tipp: Danach nichts mehr vornehmen, denn man ist zu überwältigt und zur Geselligkeit unfähig.

In der Ruhe liegt die Kraft
Raspa (369), 10.03.2006

Der Film hat einen wunderbar langsamen, fast altmodisch zu nennenden Erzählrhythmus, wie er im heutigen Kino - zumal dem amerikanischen - selten geworden ist.Die Charaktere haben so die Möglichkeit, sich allmählich zu entfalten, weit jenseits der wohlfeilen Formel von den "schwulen Cowboys", die "Brokeback Mountain" ständig angepappt wird. Auch die Nebenrollen sind übrigens hervorragend besetzt. Ang Lee gelingen viele hinreißende Einstellungen ; manche Tableaus erinnern geradezu an Bilder von Edwin Hopper. -
Was die zugrunde liegende Realität betrifft: Hat jemand den Weltspiegel - Beitrag am letzten Sonntag gesehen? Mit einem verbindlichen Lächeln tat dort ein Methodistenpfarrer aus Wyoming kund, man habe der Kinobesitzerin in seinem Ort angedroht, ihr Theater niederzubrennen, wenn sie diesen Film zeigen sollte. Das sei vielleicht ein wenig übertrieben, aber eigentlich dächten bei ihnen alle so ... Kein Wunder, dass erst ein Regisseur aus einem fernen Lande kommen musste, um diesen Stoff auf die Leinwand zu bringen.

Even gay cowboys get the blues
juggernaut (162), 07.03.2006

Was ist nicht für ein Bohei gemacht worden um diesen Film. Seit Monaten schon konnte man landauf, landab hören und lesen, dass ?Brokeback Mountain? d a s Kino-Ereignis der Saison sei. Ein ähnliches Ballyhoo um einen Film von Ang Lee hatte es auch vor fünf Jahren schon mal gegeben, als ?Tiger & Dragon? in die Kinos kam. Außer dank damals neuester Filmtechnik scheinbar schwerelosen Kung-Fu-Kämpen und einer Göre, die Cyrano de Bergerac-mäßig Verse aufsagt, während sie ihre Gegner zerlegt, ist mir von diesem Streifen nicht viel in Erinnerung geblieben. Ganz zu schweigen von anderen, nicht von Ang Lee gedrehten Filmen, die in den letzten Jahren von Jubelarien begleitet ins Kino kamen und schnell unter der Rubrik ?Gesehen ? und schon wieder vergessen? abgehakt werden konnten. So hatte der ganze Trubel immerhin ein Gutes: Man ging ohne große Erwartungen in ?Brokeback Mountain?.

Und wird ? wie das halt so ist ? nicht nur nicht enttäuscht, sondern sogar angenehm überrascht. Der Film ist tatsächlich spannend und trotz zweieinviertel Stunden Laufzeit kein bisschen langweilig. Heath Ledger und Jake Gyllenhaal geben das Drama um die gut zwanzig Jahre währende verbotene Liebe im Großen und Ganzen überzeugend, die Ausstattung ist sorgfältig, die Musik über weite Strecken unaufdringlich effektiv, Kameramann Rodrigo Pietro findet sowohl für ausgedehnte Landschaften als auch kammerspielartig enge Räume und ausdrucksvolle Gesichter die jeweils passenden Bilder.

Abgesehen vom weiten Land hat ?Brokeback Mountain? mit den klassischen Western allerdings nicht so viel zu tun. Doch macht sich die Ankündigung eines schwulen Westerns werbestrategisch natürlich ziemlich gut: Schwul und Western, das ist der denkbar größte Gegensatz, ?woll? Und was würde John Wayne wohl dazu sagen? Vor Wut mit seinen Cowboystiefeln die Leinwand zertreten und anschließend Ang Lee, Heath Ledger und Jake Gyllenhaal teeren und federn? Man muss wohl annehmen, dass es so wäre, wenn man sich die wenigen wirklich brutalen Szenen aus ?Brokeback Mountain? noch einmal vor Augen führt, in denen Homosexualität mit Hass und Gewalt begegnet wird.

Toleranz war und ist eben nicht eine der leichtesten Übungen. Und wird es wohl auch nie werden: Inzwischen sind von Schwulen und Lesben wieder häufiger Klagen über aggressive Ablehnung und Ausgrenzung zu lesen und zu hören. Wenn das so ist, hat Ang Lee in einer Zeit, wo allenthalben Frontstellungen ?Wir gegen die? aufgebaut und medial verstärkt werden, vielleicht gerade den richtigen Film gedreht. Allerdings haben solche über den Film und sein Thema hinausweisenden Deutungen mit Lees eigener Sicht der Dinge wenig zu tun: ?Für mich ist das einfach eine Liebesgeschichte. So musste ich der Materie ? Homosexualität ? treu bleiben, aber der Rest ist eine Liebesgeschichte und damit universell.? (Der Regisseur im Interview mit der ?Frankfurter Rundschau?, 4.3.06)

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