ENGELS-THEMA IM OKTOBER:
DIE BRÜCKE
Eine Brücke soll abgerissen werden. Aber welche Brücken sind sonst noch baufällig? Die Brücke zum Rathaus? Die Brücke zur Vergangenheit? Die Brücke zum urbanen Leben?
Zu Beginn des neuen Schuljahres müssen die Schülerinnen und Schüler in Wuppertal kaum mit Veränderungen rechnen. Nicht nur, weil die Politiker im sogenannten Sommerloch eher keine Entscheidungen treffen, sondern auch, weil sich fast alle Beschlüsse im Düsseldorfer Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen zur Schulpolitik erst auf das Schuljahr 2011/12 beziehen.
Friedlich, freundlich, solidarisch: Diesen Vorsatz für das tägliche Miteinander richtet die Hauptschule Hügelstraße in Wuppertal-Oberbarmen an ihre rund 400 Schülerinnen und Schüler mit prozentual überproportional hohem Anteil mit Migrationshintergrund. Etwa 25 Lehrerinnen und Lehrer kümmern sich in insgesamt 15 Klassenräumen mit Internetzugang um die notwendige Wissensvermittlung.
engels: Herr Preiss, sind die Schulabgänger, die sich bei Ihnen bewerben, hinreichend qualifiziert?
Thomas Preiss: Uns erreichen jährlich etwa 800 Bewerbungen für Ausbildungsplätze. Zehn Prozent der Bewerber laden wir ein. Unter diesen gibt es noch einzelne Fälle, bei denen wir Kompromisse eingehen.
engels: Herr Kremser, was ist der Unterschied zwischen einer normalen Grundschule und der Freien Schule Bergisch Land?
Bülent Kremser: Bei uns werden Kinder vom sechsten bis zum zehnten Lebensjahr gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Es gibt keinen Gong, der den Unterricht beendet. Die Lehrerin oder der Lehrer beenden den Unterricht. Es gibt keine Zensuren. Dafür gibt es Lehrbriefe.
Wuppertal ist doof. Zu diesem Schluss zumindest muss man kommen, wenn man die handelsüblichen Lernstandserhebungen PISA und IGLU liest. Zwar ist unsere Stadt nicht gesondert aufgeführt als Dumpfbacke der Welt, aber Wuppertal ist ein Teil von Deutschland und – schlimmer noch – ein Teil von Nordrhein-Westfalen.
Der schönste Saal von Wuppertal soll für die passende Atmosphäre sorgen: Bei der ersten Verpartnerungsmesse am Samstag, 7. August werden im Nachbarschaftsheim im Stadtteil Elberfeld von 11 bis 18 Uhr verschiedene Dienstleister präsentieren, welche Anregungen und Ideen den „schönsten Tag im Leben“ für gleichgeschlechtliche Paare feierlich machen können.
Neugierige Passanten in der Fußgängerzone am Bahnhofstunnel Döppersberg. Auf dem Boden liegt ein schwarzes Tuch, geschmückt mit weißen Rosen in Form eines Kreuzes. Es rührt viele anwesende Betroffene zu Tränen. Die Rosen stehen für Trauer, Tod und Hoffnung.
engels: Herr Kleine, Kreuz und Queer, passt das zusammen?
Werner Kleine: Queer bedeutet ja ursprünglich, dass von der Norm abgewichen wird. Hier stellt sich für mich zunächst die Frage, wer Normen festlegt. Ich bin Vater von zwei Kindern mit Down-Syndrom, die meine Frau und ich adoptiert haben.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin tut es, der von Hamburg wohl auch, Vizekanzler und Außenminister tun es wohl auch. Dirk Bach, Alfred Biolek, Hape Kerkeling, die Liste wird lang. Immer mehr Männer lieben Männer. Oder zumindest wird immer mehr bekannt, dass Männer Männer lieben.

Mehr, mehr, mehr!
Intro – Eine eigene Geschichte
Unser gemeinsames Einwanderungsland
Teil 1: Leitartikel – Wie wir eine freiere Zukunft gestalten können
„Das politische Handlungsbewusstsein fehlt“
Teil 1: Interview – Amadeu-Antonio-Stiftung: Lorenz Blumenthaler über Fremdsein und Diskriminierung
Integration unter Druck
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Jugendmigrationsdienst Wuppertal begleitet Menschen durch ein widersprüchliches System
Mehr als einem lieb sein kann
Teil 2: Leitartikel – NS-Erbe: Das Arbeitsrecht unterdrückt politischen Widerstand von Beschäftigten
„Im Augenblick sehe ich keine kritische Masse für eine breite Bewegung“
Teil 2: Interview – Politologe Alexander Gallas über Protest, Streik und Generalstreik
Bildung für die diverse Gesellschaft
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Kölner Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Zweifel der Gesellschaft
Teil 3: Leitartikel – Erinnerungskultur muss sich von Ritualen verabschieden
„Verhindern, dass Wissen durch Geschichtspolitik ersetzt wird“
Teil 3: Interview – Historiker Jörn Leonhard über Angriffe auf die Erinnerungskultur
Gegen die Menschenverachtung
Teil 3: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
Den Banken widersprechen
Island und das Gemeinwohl – Europa-Vorbild Island
Deutsche Angst
Geschichte und Gedächtnis – Glosse
Deckmantel Gefühl
Intro – Guter Umgang
Alles Lüge!
Teil 1: Leitartikel – Duz-Kultur und falsches Wir-Gefühl verschleiern Interessenkonflikte auf der Arbeit
„Das Gefühl, dass hier Nähe entsteht“
Teil 1: Interview – Psychologin Lara Luisa Eder über persönlichen Umgang auf der Arbeit
Nicht sprachlos in den Ruhestand
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Fachgebiet Arbeitswissenschaft an der Uni Wuppertal
Benimm dich!
Teil 2: Leitartikel – Eine Gesellschaft kann nur frei sein, wenn sich ihre Mitglieder an Regeln halten
„Heute sind die Menschen eher bei sich“
Teil 2: Interview – Kommunikationspsychologin Christine Flaßbeck über Sprache im Wandel
Entspannt unterwegs
Teil 2: Lokale Initiativen – Köln: KVB-Kampagne für mehr Freundlichkeit
Dubidu
Teil 3: Leitartikel – Reiz und Risiken niederschwelliger Verständigung
„Ein Stammtisch hat nicht nur negative Seiten“
Teil 3: Interview – Medienwissenschaftlerin Paula Nitschke über politische Influencer:innen
Gut erzählte Wahrheit
Teil 3: Lokale Initiativen – Die Agentur Kugelfisch Kommunikation in Essen
Öffentlichkeit muss man lernen
Medienbildung als demokratische Aufgabe – Europa-Vorbild Frankreich
Kant war lowkey deep
Career Offboarding Experience: Abschied von der Komplexität – Glosse
Lohn der Angst
Intro – Nach der Arbeit