Nach dem Seepferdchen sollte noch längst nicht Schluss sein. Beim SV Bayer Wuppertal als führende Sportadresse in der Stadt gibt es 15 Abteilungen von Basketball bis Volleyball – doch ausgerechnet die Schwimmer sind mit zwei Bundesliga-Teams der Damen und Herren unbestritten die erfolgreichste Sparte.
Morgen kann er nicht ins Schwimmbad. „Am Sonntag, den 6.12.09, bleibt das Bad wegen Personalmangels geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis“, lautet ein handgeschriebener Zettel an der Eingangstür, direkt neben dem lustigen Fisch mit der Sonnenbrille, den seine Enkelin so mag. „Hier habe ich ihr schwimmen beigebracht“, erzählt der Vohwinkeler.
engels: Frau Mahnert, gehen die Grünen gerne baden?
Gabriele Mahnert: Sie gehen in der Regel gern schwimmen. Das macht Spaß und ist gesund.
engels: Herr Reiswig, was für Auswirkungen hat die geplante Bäderschließung für die DLRG?
Kurt Reiswig: In Vohwinkel und Ronsdorf werden die Hallenbäder von jeweils einer DLRG-Gruppe benutzt. Wir bilden dort bis zum Rettungsschwimmer aus. Wenn wir in den anderen Bädern nicht mehr Wasserzeit bekommen, hat dies eine deutliche Verringerung unseres Angebotes zur Folge. Eine andere große DLRG-Gruppe nutzt das Polizeischwimmbad.
Ob Oper oder Wasseroper, die Dramaturgie der großen Erzählungen von großen Projekten im Tal ähnelt sich: Alle Verantwortlichen und Repräsentanten der Stadt sind stolz auf ein großes verfallenes Haus. Es wird unter Zuhilfenahme der letzten Spargroschen und der letzten noch gewährten Kredite aufwändig saniert.
Den Trägern der freien Kultur drohen im kommenden Jahr, verursacht durch die Überschuldung der Stadt, massive Einschnitte. Besonders die Einrichtungen, die wegen ihres Nischenangebotes nicht oder noch nicht kostendeckend arbeiten, stehen vor einer existenziellen Herausforderung.
In den vergangenen Jahren wurden die sozialen Einrichtungen in Wuppertal nicht eben mit Finanzspritzen verwöhnt. Das allein wäre schon ein Grund zur Klage. Aber Philipp Thelen, Geschäftsführer des Nachbarschaftsheims e.V., ist bescheiden geworden.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „KEINEN EINSCHNITTEN ZUSTIMMEN“
engels: Herr Vorsteher, welche Perspektiven haben kulturelle und soziale Initiativen der Stadt in den nächsten Jahren angesichts der aktuellen Haushaltslage?
Der Pulverdampf hat sich verzogen. Ein neuer Rat ist gewählt worden und hat inzwischen sogar schon zweimal getagt. Zwar haben sich die Damen und Herren Kommunalpolitiker zunächst nur mit Formalien beschäftigt. Mandatsträger wurden vereidigt. Posten wurden verteilt.
engels: Herr Fischedick, welche aktuellen regionalen Projekte realisieren Sie gerade?
Manfred Fischedick: Als Institut der anwendungsorientierten Nachhaltigkeitsforschung sind für uns Projekte mit regionalem Kontext von besonderer Bedeutung.

Mehr, mehr, mehr!
Intro – Eine eigene Geschichte
Unser gemeinsames Einwanderungsland
Teil 1: Leitartikel – Wie wir eine freiere Zukunft gestalten können
„Das politische Handlungsbewusstsein fehlt“
Teil 1: Interview – Amadeu-Antonio-Stiftung: Lorenz Blumenthaler über Fremdsein und Diskriminierung
Integration unter Druck
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Jugendmigrationsdienst Wuppertal begleitet Menschen durch ein widersprüchliches System
Mehr als einem lieb sein kann
Teil 2: Leitartikel – NS-Erbe: Das Arbeitsrecht unterdrückt politischen Widerstand von Beschäftigten
„Im Augenblick sehe ich keine kritische Masse für eine breite Bewegung“
Teil 2: Interview – Politologe Alexander Gallas über Protest, Streik und Generalstreik
Bildung für die diverse Gesellschaft
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Kölner Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Zweifel der Gesellschaft
Teil 3: Leitartikel – Erinnerungskultur muss sich von Ritualen verabschieden
„Verhindern, dass Wissen durch Geschichtspolitik ersetzt wird“
Teil 3: Interview – Historiker Jörn Leonhard über Angriffe auf die Erinnerungskultur
Gegen die Menschenverachtung
Teil 3: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
Den Banken widersprechen
Island und das Gemeinwohl – Europa-Vorbild Island
Deutsche Angst
Geschichte und Gedächtnis – Glosse
Deckmantel Gefühl
Intro – Guter Umgang
Alles Lüge!
Teil 1: Leitartikel – Duz-Kultur und falsches Wir-Gefühl verschleiern Interessenkonflikte auf der Arbeit
„Das Gefühl, dass hier Nähe entsteht“
Teil 1: Interview – Psychologin Lara Luisa Eder über persönlichen Umgang auf der Arbeit
Nicht sprachlos in den Ruhestand
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Fachgebiet Arbeitswissenschaft an der Uni Wuppertal
Benimm dich!
Teil 2: Leitartikel – Eine Gesellschaft kann nur frei sein, wenn sich ihre Mitglieder an Regeln halten
„Heute sind die Menschen eher bei sich“
Teil 2: Interview – Kommunikationspsychologin Christine Flaßbeck über Sprache im Wandel
Entspannt unterwegs
Teil 2: Lokale Initiativen – Köln: KVB-Kampagne für mehr Freundlichkeit
Dubidu
Teil 3: Leitartikel – Reiz und Risiken niederschwelliger Verständigung
„Ein Stammtisch hat nicht nur negative Seiten“
Teil 3: Interview – Medienwissenschaftlerin Paula Nitschke über politische Influencer:innen
Gut erzählte Wahrheit
Teil 3: Lokale Initiativen – Die Agentur Kugelfisch Kommunikation in Essen
Öffentlichkeit muss man lernen
Medienbildung als demokratische Aufgabe – Europa-Vorbild Frankreich
Kant war lowkey deep
Career Offboarding Experience: Abschied von der Komplexität – Glosse
Lohn der Angst
Intro – Nach der Arbeit