engels: Herr Thomas, trägt die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken zum Klimaschutz bei?
Stefan Thomas: Nein, sie bringt eher Nachteile für den Klimaschutz, weil sie den Umbau des Energiesystems hinauszögert.
engels: Herr Hüttenhölscher, sind Sie zufrieden mit der Energiepolitik der Bundesregierung?
Norbert Hüttenhölscher: Viele Teile des Energiekonzepts der Bundesregierung sind sehr ambitioniert und zu begrüßen. Aus Sicht der Stadtwerke wäre aber eine kürzere Laufzeitverlängerung wünschenswert gewesen.
ENGELS-THEMA IM November:
HOCHSPANNUNG
Die in Berlin beschlossene Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke spaltet nicht nur Regierende von Regierten. Während sich die großen Energiekonzerne über Extragewinne freuen können, sind die Aussichten für die Wuppertaler Stadtwerke nicht gerade rosig.
Es regnet an diesem trüben Septembernachmittag. Der Geruch von moderndem Wasser steigt aus der Wupper empor. Dampf zischt aus den Rohren für die Fernwärme und nebelt das Bild der historischen Adlerbrücke ein. Auch die anderen Leitungen und Rohre, die an die Stahlkonstruktion angebracht sind, rosten vor sich hin und machen keinen vertrauenserweckenden Eindruck.
„Ich habe Wuppertaler Blut im Körper, und mir tut es weh, was da alles abgerissen wird“, bekennt Manfred Bröcker. Der 72Jährige hat es spürbar satt, dass in Wuppertal vieles abgerissen oder geschlossen wird. „Man hat uns schon eine Bergbahn genommen, die Straßenbahn, das Kurbad und das Thalia“, so der in Unterbarmen geborene Bröcker.
engels: Herr de Bruyn-Ouboter, wie wichtig ist die Adlerbrücke für Wuppertal?
Hans Joachim de Bruyn-Ouboter: Die Adlerbrücke ist die älteste aus Stahl gebaute Wupperbrücke. Man hat 1868 noch nicht genau gewusst, wie man Stahlbrücken baut und die Statik von Holzbrücken übernommen. Schon deshalb ist sie so einzigartig.
ENGELS-THEMA IM OKTOBER:
DIE BRÜCKE
Eine Brücke soll abgerissen werden. Aber welche Brücken sind sonst noch baufällig? Die Brücke zum Rathaus? Die Brücke zur Vergangenheit? Die Brücke zum urbanen Leben?
Zu Beginn des neuen Schuljahres müssen die Schülerinnen und Schüler in Wuppertal kaum mit Veränderungen rechnen. Nicht nur, weil die Politiker im sogenannten Sommerloch eher keine Entscheidungen treffen, sondern auch, weil sich fast alle Beschlüsse im Düsseldorfer Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen zur Schulpolitik erst auf das Schuljahr 2011/12 beziehen.
Friedlich, freundlich, solidarisch: Diesen Vorsatz für das tägliche Miteinander richtet die Hauptschule Hügelstraße in Wuppertal-Oberbarmen an ihre rund 400 Schülerinnen und Schüler mit prozentual überproportional hohem Anteil mit Migrationshintergrund. Etwa 25 Lehrerinnen und Lehrer kümmern sich in insgesamt 15 Klassenräumen mit Internetzugang um die notwendige Wissensvermittlung.
engels: Herr Preiss, sind die Schulabgänger, die sich bei Ihnen bewerben, hinreichend qualifiziert?
Thomas Preiss: Uns erreichen jährlich etwa 800 Bewerbungen für Ausbildungsplätze. Zehn Prozent der Bewerber laden wir ein. Unter diesen gibt es noch einzelne Fälle, bei denen wir Kompromisse eingehen.

Lohn der Angst
Intro – Nach der Arbeit
Sanktionen schaffen keine Stellen
Teil 1: Leitartikel – Politik und Wirtschaft lassen Arbeitslose oft im Stich
„Eine gewisse Unsicherheit und Versagensängste“
Teil 1: Interview – Experte Matthias Auer über den Arbeitsmarkt für Jung-Akademiker
Der ganze Mensch
Teil 1: Lokale Initiativen – Die GESA Gruppe in Wuppertal hilft bei der Rückkehr ins Arbeitsleben
Erst das Vergnügen
Teil 2: Leitartikel – Industriearbeit ist ein Auslaufmodell
„Das BGE würde eher schaden als nützen“
Teil 2: Interview – Philosoph und Ökonom Birger Priddat über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens
Mehr als Existenzsicherung
Teil 2: Lokale Initiativen – Die Attac-AG „Genug für alle“ aus Bonn
Klassenkampf von oben
Teil 3: Leitartikel – CDU und SPD wenden sich gemeinsam gegen arbeitende Menschen
„Je länger ein Arbeitstag dauert, desto unproduktiver wird er“
Teil 3: Interview – Gewerkschafter Stephan Krull über kürzere Arbeitszeiten und gesellschaftliche Teilhabe
Geschenkte Freizeit
Teil 3: Lokale Initiativen – Die Agentur Wake Up Communications Düsseldorf
Vertrauen durch Bildung
Was tatsächlich gegen Arbeitslosigkeit hilft – Europa-Vorbild Dänemark
Kurz frei
Arbeit schläft nie. Auch ihre Jünger nicht – Glosse
Fehlbilanz
Intro – Mündig
Jedem sein Kreuz
Teil 1: Leitartikel – Über Mündigkeit an der Wahlurne
„Wir empfehlen, das Wahlalter zu senken“
Teil 1: Interview – Demokratieexperte Jonathan Hoffmann über die Wahlbeteiligung von Jugendlichen
Was junge Menschen bewegt
Teil 1: Lokale Initiativen – Filmreihen von Jugendlichen im Medienprojekt Wuppertal
Die unmögliche Schule
Teil 2: Leitartikel – Lernen und Lehren zwischen Takt und Freiheit
„Wirklich Interesse zeigen“
Teil 2: Interview – Pädagogin Inke Hummel über die Beziehung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen
Freude am Lernen lernen
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Verein In Via Köln und die Motivia-Werkstattschule
Überwachen und Strafen
Teil 3: Leitartikel – Eine gesenkte Strafmündigkeit würde nicht zu mehr Sicherheit führen, sondern zu mehr Kindern und Jugendlichen im Knast.
„Kinder, die Probleme machen, haben in der Regel auch Probleme“
Teil 3: Interview – Kriminologin Nadine Bals über Jugendstrafrecht und Strafmündigkeit
Helfen statt strafen
Teil 3: Lokale Initiativen – Die Evangelische Jugendhilfe Bochum
Machtinteresse
In Österreich wählen bereits 16-Jährige – Europa-Vorbild: Österreich
Die Reifeprüfung
Erst zornig, dann stur. Das Leben des Homo politicus – Glosse
Erschütternd normal
Intro – Gegenwehr